Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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mußte demnächſt zu Geſichte kommen, mit Sonnenauf⸗ gang ſollten ihre Augen es erblicken. Dieß war wahr⸗ ſcheinlich der letzte Gedanke derjenigen, die ſich dieſe Nacht an Bord des ſtattlichen Schiffes zur Ruhe legten.

Es glitt dahin unter günſtigem Winde. Die Wachen ſahen die Küſte entlang die Lichter ſchimmern. Die Schläfer träumten von der Vergangenheit, die Schlaf⸗ loſen von der Zukunft. Keine ungewohnten Laute be⸗ wegten die ſtille Luft, keine Unheilsvorboten ſtörten dieſe Ruhe. Aber plötzlich lief durch das weite Schiff ein Wort, wovor die Wachenden wie Ein Mann entſetzt auffuhren, die Schläfer erwachten, die Beherzteſten zitterten und die Gleichgültigen ſchauderten.Um Mitternacht aber erhob ſich ein GeſchreiDas Schiff brennt! und

von einem Jeden, der es hörte, kam ein Schrei, ein

Stöhnen oder ein Seufzer, wie die Herzen der Men⸗

ſchen ſie ausſtoßen, wenn der Tod an ihrer Thüre pocht. Jetzt ließen ſie erkennen, aus welcherlei Stoff ſie gemacht waren. Es war da keine Zeit zum Nach⸗

denken, noch zum Beten, ausgenommen ein kurzes Stoßgebet um Barmherzigkeit und Hülfe. Das Befehl⸗ wort wurde gegeben, die Boote hinabgelaſſen, die Paſ⸗ ſagiere in Ordnung geſtellt; die See war ruhig und der Himmel heiter. Die Seeleute waren brav und der Capitän feſt, aber vom oberen und untern Deck erhob ſich ein Getöſe, furchtbarer als das Brüllen der Wogen, entſetzlicher als das Krachen des Donners die Ver⸗ wirrung, der Kampf, das Hin⸗ und Widerrennen, die Angſtrufe und die Gebete, das Fluchen und Stöhnen, dies alles wuchs mit den fortſchreitenden Flammen und ſtieg an mit den Wolken des verhüllenden Rauches. Einer war in dieſem Augenblicke unter der Menge, deſſen einziger Gedanke ſeine Gattin war, die bleich und bewegungslos an ſeiner Seite ſtand und ſchweigend ihre Seele vorbereitete, vor ihren Richter zu treten. Aber dieſe Stunde war noch nicht gekommen; denn die Reihe kommt an ſie, und ſie wird in's erſte Boot