Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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iſt hoffnungslos, Nichts iſt unmöglich, wie Sie eben ſagten. Es liegt eine ſeltſame Gewalt in einer edlen Zuneigung, es liegt eine mächtige Kraft in einer un⸗ eigennützigen Ergebenheit. Stellen Sie nie mit Vor⸗ bedacht ein Hinderniß zwiſchen ſich und die, welche Sie lieben, und, wie ich vorhin ſagte, der Himmel helfe allen denen, welche Hülfe und Stärke bedürfen! und wer bedarf deren nicht, Moriz?

Er ſtand einen Augenblick ſtill da, blaß und ange⸗ griffen, dann warf er ſich ihr plötzlich zu Füßen, küßte den Saum ihres Gewandes mit leidenſchaftlicher Gluth und ſtürzte aus dem Gewächshaus. Er, wie er allein unter einem Baume in dem Dickicht ſtand, wo er Schutz vor dem Uebermaß ſeiner inneren Bewegung geſucht hatte, ſte an dem Platze, wo er ſie verlaſſen hatte, ſtellten ſich beide dieſelbe Frage: hatten ſie einander verſtanden oder nicht?Hatte ſie ſeiner ausweichenden Angabe geglaubt? fragte er bei ſich,und wirklich ge⸗ dacht, er liebe eine Andere? Las ſie nicht vielmehr auf einmal das Geheimniß ſeines Herzens, und waren nicht jene aufmunternden Worte, die ſie an ihn gerichtet hatte, die einzige Ermuthigung geweſen, welche ſie ſeinem bei⸗ nahe offenen Geſtändniß leidenſchaftlicher Zuneigung ſchenken konnte? Und Gertrude, welche, ſo ſeltſam es erſcheinen mag, zuerſt durch ſeine Ausflucht getäuſcht worden war, konnte ſie nach der unerwarteten Aufklärung dieſer Scene zweifeln, daß ſie ſelbſt der Gegenſtand jener wilden Anbetung war, mit der er ſo lange gekämpft und die er nie beſiegt hatte? Und wenn es ſo war, welche Ermuthigung mußten ihre Worte ihm zu geben ſcheinen? und doch, wie konnte ſie auf den Gegenſtand zurückkommen und ihren Rath zurückziehen? Dieß be⸗ unruhigte ſte ein wenig, aber im Grund ihres Herzens war ſie gerührt, ein ſolches Gefühl eingefloͤßt zu haben, und beurtheilte Moriz freundlich, wie einen, deſſen Liebe das, was ihr an Weisheit abgehe, durch Tiefe erſetze. Sie war auch beſorgt um Marie, aber es lag vielleicht