Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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das, was ich leide, zu verrathen. Alles dieß kann ich thun, denn ich habe es bereits gethan; und ich kann am Altar an Marien's Seite ſtehen und mich mit ihr auf ewig verbinden, und nie, ſo wahr mir Gott helfe, ſie kränken oder verlaſſen, aber ich darf nicht ſagen, ich darf nicht hoffen, daß dieſe ſelbe Erſcheinung, nicht zu Hauſe und auswärts, an unſerem Bett und an unſerem Tiſche ſtehen werde, dann nicht mehr als ein düſterer Engel, der den Pfad zum Glücke verſperrt, ſondern als ein Feind, der zur Sünde und Verzweiflung verſucht. Können Sie eine ſolche Liebe oder einen ſol⸗ chen Wahnſinn, wie dieſen, begreifen? Nur um Eine Gunſt bitte ich, daß Sie meinen Lauf lenken mögen. Schlagen Sie es einem Menſchen nicht ab, deſſen Un⸗ glück ihr Mitleid verdient.

Es iſt etwas Schreckliches, Moriz, zu lieben, wie Sie lieben, und hoffnungslos zu lieben. Der Himmel helfe allen denen, welche ſo lieben! Ich glaube, Marie hat Recht, ſogar mehr als ſie weiß. Sie müſſen ſie nicht heirathen. Sie müſſen nicht die heilige Schranke der Pflicht zwiſchen ſich und die Leidenſchaft ſtellen, die, ſo ſchrecklich ſie iſt, doch noch nicht ſtrafbar iſt. Dieſe Schranke muß nicht unbedacht einem ſo mächtigen Strome ausgeſetzt werden. Es iſt beſſer, wenn er euch jetzt trennt, als wenn er euch nachher beide in einen Abgrund ſchleudert. Ich frage mich ſelbſt, was ich an Ihrer Stelle thun würde. Iſt der Gegenſtand Ihrer Liebe einer ſolchen Leidenſchaft werth? Achten Sie ſie, Moriz, ebenſo ſehr, als Sie ſie lirben

Ja! rief er feurig aus, nd legte die Hand an's Herz, wie um ſein Schlagen zu ſtillen.

Dann, fuhr ſie eifrig fort,dann fahren Sie fort, ſie zu lieben, wie Marie Ihnen räth, ohne Gewiſ⸗ ſensbiſſe und ohne Furcht. Ueben Sie jede Tugend aus Liebe zu ihr, benützen Sie um ihretwillen jedes Talent, das Sie beſitzen, und warten Sie die Zukunft ab⸗ mit ſo viel Muth, als Sie in ſich ſinden können. Nichts