Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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Keine Italienerin, unterbrach er ſie plötzlich.

Nun, aber die, welche Sie in Italien liebten, welche Stellung nimmt ſie im Leben ein?

Weit, weit über mir.

Zu weit für die Möglichkeit einer Verbindung?

Wer kann ſagen, was in dieſer Hinſicht möglich iſt oder nicht?

Wohl, antwortete ſie gedankenvoll,aber haben Sie Grund, zu glauben, daß ſie Sie liebt?

Nein nur den Glauben, daß es eine ſo heiße und ſo geduldige Liebe gibt, daß ſie zuletzt Gegenliebe hervorbringt.

Und wenn Sie bei Marie ſind, ſo erſcheint Ihnen das Bild dieſer Perſon und ſteht wie eine Wolke zwi⸗ ſchen Ihnen und ihr und verkehrt das, was Wonne ſein ſollte, in Kummer?

Wie die Geſtalt eines Engels ſteht es zwiſchen uns, aber wie der Engel, welcher am Thore des Paradieſes ſtand mit einem flammenden Schwert in der Hand.

Könnten Sie nicht durch einen feſten Entſchluß dieſe Leidenſchaft aus Ihrem Herzen reißen? Könnten Sie ſie nicht durch eine Handlung ihres Willens ver⸗ jagen? und iſt Ihre Neigung für Marie Ihre ver⸗ lobte Braut nicht ſtark genug, jene gefährliche Er⸗ ſcheinung zu verbannen, bis ſie Sie mit der Zeit, im Sonnenſcheine der Heimath und in der Atmoſphäre der Pflicht, nicht mehr beunruhigt, und nicht ein: Traum, ſondern der bloße Schatten eines Traumes wird? Er⸗ wägen Sie den Umfang eines ſolchen Opfers und legen Sie in die andere Wagſchale ſeine Belohnung. Haben Sie die Kraft dazu?

Ich habe die Kraft, das Geheimniß meines Elends in mein Herz zu verſchließen, es vor Aller Augen, außer denen Marien's, die es bis auf die unterſte Tiefe durch⸗ ſchaut hat, zu verbergen, das Geſicht, das ‚das Gift meines Lebens, das Verderben meines Glückes⸗ war, an⸗ zuſchauen, und mit keinem Blicke, mit keinem Seufzer