Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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meines Willens. Ich würde für ſie ſterben, aber ſollte ich ſie täuſchen wenn ich es auch könnte und nun, da ſie in meinem Herzen geleſen hat, ſie zu überzeugen ſtreben, daß ſie im Irrthum iſt?

Hat ſie denn alſo Recht? fragte Gertrude mit demſelben kalten Tone.

Es iſt eine Leidenſchaft in meinem Herzen. ſagte er zwiſchen den Zähnen,die mich Zoll für Zoll ermor⸗ det, die mir weder bei Tag, noch bei Nacht Ruhe läßt, die unbarmherzig wie die Rache und hartnäckig wie das Leben iſt, die mir Marie raubt und mir nichts als Verzweiflung ſtatt ihrer gibt. Iſt Jemand ſchuldig, weil er leidet? War es ſeine freie Wahl, elend zu ſein? Soll er auf das Rad geflochten und ihm ſeine Qualen vorgeworfen werden?

Seine Stimme zitterte und ſie blickte auf. Er konnte ihren Blick nicht aushalten und verbarg ſein Geſicht in ſeinen Händen. Ihm war, als würde ſie nie wieder ein Wort mit ihm ſprechen, wenn er ihr einen zu deutlichen Blick in ſein Herz geſtatten würde. Mit dem Muth der Verzweiflung blickte er ſie an und murmelte:

In Italien liebte ich ſie!

In Italien! rief ſie aus, und dachte dann an die Verſe, die ſie einſt als an ſich gerichtet betrachtet hatte, und fühlte ſich nun ſehr erleichtert, daß es anders war.Aber, Moriz, warum erneuerten Sie dann Ihr Verlöbniß mit Marie bei Ihrer Rückkehr nach Eng⸗ land, wenn Sie eine Andere liebten?

Ich kannte damals meine Gefühle nicht. Marie hat Recht; ich habe mit meinem Gewiſſen gekämpft, bis dieſer Kampf mich beinahe verzehrt hat, und ihr Brief hat meine Zweifel nur vergrößert, ſtatt ſie zu löſen. Sagen Sie mir, was ich thun ſoll. Ihre Worte ſollen mein Geſchick lenken.

Aber, ich verſtehe die Lage der Sache nicht recht, ſagtee ſie.Dieſe Italienerin, welche Sie lieben