Teil eines Werkes 
1.-5. Bändchen (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

283

lich wohl hat es mir gethan. Dann fuhr er mit der Hand über die Stirne, näherte ſich Gertruden und gab ihr die Hand. Die Kälte ſeiner Hände fiel ihr auf und der düſtere Blick ſeiner Augen.

Ich ſchlafe heute Nacht zu Hauſe, ſagte er,aber morgen kehre ich nach Schloß Lifford ich wollte ſa⸗ gen nach Audley⸗Park zurück.

Hier kommt Marie! rief Gertrude aus.Herr d'Arberg, Sie ſollten ſie kennen lernen und ihre Mutter, Frau Redmond.

Sie ging ihnen entgegen und Adrian folgte ihr. Moriz ſtand in einer kleinen Entfernung, während ſie mit einander ſprachen.

Ja, ſagte er bei ſich,es muß ſo ſein, und ein Narr bin ich, daß ich mich darum bekümmere. Dachte ich denn je, ſie könne mein ſein? Würde ich, wenn ich könnte, Marie aufgeben? Würde ich falſch an den theuer⸗ ſten und heiligſten Neigungen meiner Kindheit und Ju⸗ gend handeln? Ergriff ich nicht geſtern Nacht ihre Hand und drückte tauſend Küſſe darauf? Sprach ich nicht von Neuem von unſerer Heirath? Was für ein Elender bin ich, daß ich nicht immer ebenſo fühle? Iſt meine Hand eine ſo reiche Gabe, daß ich ſie ihr ohne mein Herz geben ſollte? Aber mein Herz gehört ihr. Ja Alles, was Herz genannt zu werden verdient! O Lady⸗Bird, Lady⸗Bird! Ich könnte dich beinahe verfluchen, daß du zwiſchen mir und der Pflicht, und auch dem Glück und dem Himmel ſtehſt. Denn eben jetzt, als ich ſte an d'Ar⸗ berg's Seite knieen ſah, verjagte dieſer Anblick meine Andacht und erweckte die ſchlimmſten Empfindungen in meiner Bruſt. Sie verfluchen! Verflucht man das, was man anbetet? Ich weiß es nicht; Alles, was ich weiß, iſt das: wenn ſie je wieder mit jenem ihrem Lä⸗ cheln zu mir ſpricht wenn ſie mich auffordert, von Marie mit ihr zu ſprechen, wie wenn ſie nicht Marien's ärgſter Feind wäre, ſo werde ich ihr Etwas von meinen Leiden ſagen, und wenn ſie das beleidigt, ſo ſoll ſie ſich bei d'Arberg beklagen und ihn auch zu meinem Feinde