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machen. Narr— Blödſinniger, der ich bin, daß ich mit ihr immer von ihm ſprach! Konnte ich denken, ſie werde ihn ſehen und nicht lieben? O, möge er für ſie der Urheber eines Leidens gleich meinem Leiden ſein!“ Während er in ſeinem Innern dieſen Wunſch aus⸗ ſprach, hefteten ſich ſeine Augen zufällig auf das Kreuz, neben dem er ſtand, und er wurde von dieſer ſtillſchwei⸗ genden Lehre auf's Tiefſte erſchüttert. Er ging in die Kirche und blieb dort einige Zeit, den Kopf in den Hän⸗ den begraben. Vielleicht that er während dieſer wenigen f Augenblicke der Stille und des Nachdenkens einen Blick in ſein eigentliches Gefühl; er ſah auf einen Augenblick die grenzenloſe Selbſtſucht, die herzloſe Undankbarkeit ſeines Benehmens; eine vorübergehende Reue zog über die Oberfläche ſeiner Seele hin, und als Marie leiſe zu 4 ihm hintrat und flüſterte:„Die Mutter wartet,“ erhob er den Kopf, und ſeine Augen waren voll Thränen. Sie ſah, daß er geweint hatte, und er war erſtaunt, ſie plötz⸗ lich ſtilleſtehen und die Hände ringen zu ſehen, wie wenn ſie mit einer heftigen innern Angſt kaum länger zu kämpfen vermöchte. „Marie?“ ſagte er mit einer Art forſchenden Vor⸗ wurfs. „Das kann ich nicht aushalten,“ ſagte ſie ſchnell, „Alles, nur das nicht, wenn ich weiß—“ ſie ſtockte und 6 ihr Benehmen änderte ſich.„Komm, beeile Dich, lieber Junge— wir werden zu ſpät zum Thee kommen, und 18 ich kann Alles aushalten, nur das nicht,“ wiederholte 3 ſie mit munterem Tone, legte den Arm in den ſeinigen und bot den andern ihrer Mutter. Sie gingen mitein⸗ ander heim, und er ſchien ruhiger und gluͤcklicher an jenem Abend, als ſeit langer Zeit.
Ende des erſten Bandes.


