Teil eines Werkes 
1.-5. Bändchen (1853)
Entstehung
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Thor und zeigte ihm den Weg zur Kapelle, die ſich am Ende desjenigen Flügels des Gebäudes befand, der die Zimmer der Lady Lifford enthielt. Sie war ganz klein, aber zierlich angeordnet, und die Lichter auf dem Altar brannten in dieſem Augenblick. Gertrude kniete an der Seite des Armſtuhls ihrer Mutter, die, wenn ſie wohl genug war, um ihr Bett zu verlaſſen, von einer Art Tribuͤne aus, die neben dem Altar ſtand, die Meſſe hörte. Einen Blick warf ſie auf die Gemeinde in der Kapelle und ſah, mit der Aufregung, die eine große Freude nach einem ängſtlichen Augenblick hervorbringt, Adrian knieend und in Gebet verſunken.

Es liegt etwas Rührenderes in der Andacht eines Mannes, als in der eines Weibes; wenn ſie ernſthaft iſt, ſo iſt ſie ſo ächt, ſo demuthig und ſo tief. Ihr war, als ſpielte das Licht des Himmels um dieſes edle Haupt, das in inniger Andacht niedergebeugt war. Ob ſie gleich ihn anſah, ſo wußte ſie doch, daß er nicht nach ihr ſehen würde. Sein Geiſt hatte ſich hoch über alle irdiſchen Gedanken emporgeſchwungen und ſie freute ſich deſſen; ſie hatte, ſeitdem ſie ihn kannte, auf einmal verſtanden, was die Theologen unter Vollkommenheit verſtehen eine nur verhältnißmäßige Bezeichnung unter allen Um⸗ ſtänden aber eine nothwendige, um das Engelleben zu beſchreiben, das einige der Geſchöpfe Gottes auf der Erde zu führen berechtigt ſind; und ein Blick von ihm würde ihr in dieſem Augenblick dieſes ſchöne Bild geraubt haben. Sie wandte ſich ab, betete ſelbſt innig und blickte nicht wieder von dem Altar hinweg. Nach der Meſſe fand ſie ihre Mutter auf dem Ruhebett bequem zurecht gelegt und von Kiſſen unterſtützt.

Nun, Mama, will ich Herrn d'Arberg zu Ihnen bringen. Wir werden von der Gartenthüre herein das nächſte Zimmer betreten.

Du mußt mir eine Stunde lang Ruhe laſſen, lie⸗ bes Kind, und dann kannſt Du kommen.

Ganz recht, liebſte Mutter; ſo will ich ihn denn jetzt herum führen, um ihm das Haus zu zeigen, wenn