Teil eines Werkes 
1.-5. Bändchen (1853)
Entstehung
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mal ganze Stunden hinter einander; und wenn ich nicht leſe, träume ich. Kennen Sie das Vergnügen, das hierin liegt? 1. O ja! es behagt mir manchmal ganz wohl; doch dari ſehr geſund ſchlafe, ſo kommt es bei mir nur ſettengpr. Gertrude lächelte und ſagte: 1» Ich meine nicht Träume im Schlafen, ſolldern im Wachen; man ſitzt mit gefalteten Händen, die en geheftet auf einen Gegenſtand, der ergötzt, ohns das Gemuth ganz in Anſpruch zu nehmen, und läßt ſich nun gleichſam auf gut Glück den Strom der empfangenen Eindrücke hinuntertragen; Ihre iken tragen Sie bald da, bald dort an's Land; regihigglos, als ob nichts in Ihrer Seele ſich bewegte weben Sie unterdeſſen den

phantaſtiſchen Landſchaften zerſchmelzt, die der Froſt den

Lächeln:

Ja, aber wenn meine Gedanken ſich auf die Reiſe machen, ſo bemühe ich mich, ſie einzufangen und zurück⸗ zubringen.

Vermuthlich ſtreifen ſie immer in derſelben Rich⸗ tung, und ſo wiſſen Sie dann jeder Zeit, wo ſie zu finden ſind.

Marie wandte den Kopf ab und Gertrude fuhr fort: zDas letzte Buch, das ich geleſen habe, iſtCorinna. Ich fand es in der Bibliothek unter einem Haufen Druckſchriften verſteckt, und habe die letzten drei Tage darin gelebt. Es verdoppelte meinen Wunſch, zu ſehen, zu hören, kurz zu leben, denn ein Leben ohne Intereſſe und Anregung iſt kein Leben, das iſt mir ge⸗ wiß. Sie leſen ja franzöſiſch, Marie; ol laſſen Sie mich ‚Corinna⸗ Ihnen borgen; ſie wird Ihnen das, was