Teil eines Werkes 
1.-5. Bändchen (1853)
Entstehung
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ihrem Benehmen lag eine Miſchung von Zurückhaltung und Lebhaftigkeit, von Ungeſtüm und Schüchternheit, die eben dazu ganz beſonders paßte. Sie blickte ſo ſtolz und anſtandsvoll, wenn ein Fremder ſich an ſie wandte; ſie war ſo leidenſchaftlich und leicht aufgeregt, ſo reizend in ihrem Unmuth und beredt in ihrem Ver⸗ druß, wild in ihrer Luſtigkeit und raſtlos in ihren Be⸗ wegungen. Alle Kinder in der Nachbarſchaft kannten ſie bald unter dieſem Namen, auch wenn ſie nicht, wie Marie und Moriz, ihre Geſellſchafter und Geſpielen waren. Von den Thüren der Hütten aus, pflegten die kleinen Schelme, wenn ſie vorüberging, ihr nachzurufen: da geht Lady⸗Bird! Mit der Zeit wurde der Ver⸗ kehr zwiſchen Gertrude Lifford und den Kindern der Frau Redmond ein regelmäßiger; er wurde es mehr, als irgend Jemand gewahr wurde, ausgenommen das Mädchen, das ſie auf ihren Gängen begleitete. Ihr Vater wußte nichts davon und ihr Großonkel hatte keine Ahnung von der Ausdehnuug dieſes Umganges, oder daß Moriz ebenſo oft ihr Spielgefährte war, als Marie.

Dieſer war einer von den Knaben, welche frühzeitig die Gaben erkennen laſſen, womit die Natur ſie ausge⸗ rüſtet hat, deren Genius dem gewöhnlichſten Beobachter in die Augen fällt, denen Alles leicht und Nichts uner⸗ reichbar ſcheint. Bei wenigen Erziehungs⸗Mitteln hatte er ſich doch viele Kenntniſſe zu verſchaffen gewußt. Er hatte alle Bücher geleſen, die er zu erlangen vermochte, und in einem Alter von dreizehn Jahren ſich ſchon mit den meiſten guten engliſchen Schriftſtellern, beſonders mit den Dichtern, bekannt gemacht, etwas Latein und Franzöſiſch gelernt und in der Muſik, der Kunſt ſeines Vaters und ſeiner Mutter, ſolche Fortſchritte gemacht, daß Manche, die ihn die Orgel oder das Clavier ſpielen hörten, alle Auszeichnungen, Leiden und Freuden eines Künſtler⸗ Lebens für ihn vorherſagten. Man erwies ihm in der Nachbarſchaft viele Freundlichkeit, man borgte ihm