Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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Erbtheil war ein glückliches, ſoweit menſchliche Vor⸗ ausſicht es ermeſſen konnte. In den Herzen beider war ein zitterndes Gefühl der Dankbarkeit für die Gefah⸗ ren, denen ſte entgangen waren, für den Hafen, den ſte erreicht hatten, und wenn Ginevra ihre Blicke we⸗ niger auf dieſes, als auf ein anderes Leben richtete, wenn ihre Hoffnungen und Freuden von einer höhern Art waren, und ihre Beſtrebungen ein höheres Ziel hatten, als die ihrer Schweſter, war das etwa zu ver⸗ wundern? Hatte nicht das Leben ihr Tiefen des Elends gezeigt, welche die Unerfahrenheit nicht zu ergründen vermag? hatte nicht ihr Geiſt auf den Grenzen der Ewigkeit geſchwebt und beinahe ſeinen Flug nach den Wohnungen des Himmels genommen? Sie kehrte ins Leben zurück, zu ſeinen Pflichten und Segnungen; kein Lächeln war ſüßer als das ihrige, keine Heiterkeit in⸗ niger und keine Zärtlichkeit rührender; aber auf ihre Stirne war ein Stempel gedrückt worden, welchen nichts zu verwiſchen vermochte. Der Tod war ihr nahe geweſen, er hatte eine Botſchaft für ihre Seele zurückgelaſſen und die Melodien der Erde konnten dieſes Flüſtern nicht übertönen. Dies war Edmund Neville's Schmerz inmitten ſeines Glückes. Es war ihm immer zu Muthe, als weile ein Engel an ſeiner Seite, als ſeien die Bande, welche ſie an das Leben knüpften, dünn wie die Sommerfäden, als ſei ſie ihm blos für eine Weile zurückgegeben worden, um ihn vor Verzweif⸗ lung zu retten und Reue zu lehren.

In den alten Zimmern und tapezierten Hallen von Heron Caſtle war Margaret wie ein leuchtender Son⸗ nenſtrahl und erfreute Alles, was ſie berührte. Sie wurde von Walter und ſeinen Eltern noch mehr angebetet als je. Sie war der Stolz und die Freude ihrer Herzen; die glücklichſte der Frauen, wurde ſie die glücklichſte der Mütter. Ein paar Jahre ſpäter hielt ſie an demſel⸗ ben Fenſter, wo ſie in ihrer kindlichen Luſt Walter ſo oft von ſeinen Büchern aufgeſtört hatte, einen blühen⸗

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