Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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ihr ſchrecklich in eurer Stärke und wunderbar in eurer Macht! 3

Mrs. Sydney, ſagte Oberſt Leglie, als er ſich einige Augenblicke ſpäter zu ihr ſetzte,Sie haben vermuthlich gehört, daß Walter das Mädchen über⸗ nimmt, das er lange Zeit hindurch verdorben hat, und daß ich ſie jetzt verliere, da er ſie kaum mehr ſchätzen kann als ich.

Dies waren die erſten Worte des Lobes und der Zuneigung, welche Margaret von ihres Vaters Lippen gehört hatte, und die tiefe Röthe der Freude, womit ſie dieſelben aufnahm, bewies, wie innig ſie das em⸗ pfand. Nachdem ſie ihre liebe Mrs. Dalton geküßt und den älteren Dienern im Hauſe die Hände geſchüt⸗ telt hatte, rief ſie Walter an ihre Seite und ſtand mit ihm auf dem Balkon des Geſellſchaftszimmers, die ſtattlichen Buchen, den reißenden Strom und die fer⸗ nen Moorfelder ihres Schloſſes überſchauend. Es hatte am Morgen geregnet; von den Stauden tropfte es noch immer; die Dahlien und Geranien zeigten ihre gewaſchenen Geſichter, ſtrahlend und glänzend gleich fri⸗ ſchen Kindern nach ihrer Morgenwaſchung; die Roß⸗ kaſtanien ſchüttelten ihre polirte Frucht auf die Erde und die Vögel ſangen ihren letzten Geſang, jenes ge⸗ ſchäftige leiſe Gezwitſcher zwiſchen den hohen Zweigen, das bald verſtummt, wenn die Schatten der Nacht hereinbrechen. Margaret hatte, verſunken in die Schön⸗ heit der Landſchaft, einige Minuten geſchwiegen, aber jetzt ergriff ſie Walters Arm, und auf die Allee deu⸗ tend ſagte ſie ſchnell:Da ſind ſte! Dann eilte ſie an den Eingang des Hauſes und erreichte ihn ſo ſchnell wie der Wagen, den ſie geſehen hatte. In einem Augen⸗ licke lag ihre Schweſter in ihren Armen, und jede fühlte, als ſie die andere an die Biuſt drückte, die volle Fluth ſüßer und bitterer Erinnerungen, welche der Ort, die Stunde, die ſtumme Umarmung ihren Ge⸗ müthern zuführte.