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ſo eben ausgeſprochen haſt, werden in künftigen Jabren für uns Beide eine Quelle der Zufriedenheit ſein. Daß Du dieſes Tages nicht mit Bitterkeit gedacht haſt, daß keine ſelbſtſuchtigen oder verdrießlichen Gefühle ſich in Deine Dankſagungen für den großen Segen gemiſcht haben, welcher Dir verliehen worden iſt, daran werden wir Beide uns erinnern, ſo lange wir leben, das kann Dich mit Dir ſelbſt verſöhnen und wird all' die Liebe erneuern, die ich für Dich empfunden habe, bevor dieſe unglückſeligen Prüfungen uns einander entfremdeten. Und nun, Edmund, höre auf mich, n ich habe Dir etwas zu ſagen, was ich, um Dir Gerechtigkeit wider⸗ fahren zu laſſen, bis auf dieſen Au lick zurückhielt. Eine Perſon, die mißleitet worden ſein mag, deren Ab⸗ ſichten gegen Dich aber immer gütig und gerecht waren—“
„O Anna, hätte ich ihm verzeihen können, wenn ſie geſtorben wäre? jetzt thue ich es vom Grunde mei⸗ nes Herzens!
Anna erröthete und ſagte mit einigem Unwillen in ihrer Stimme:
„Sein Vertrauen auf Deine Wahrhaftigkeit war es, was ihn mißleitete. Er wollte nie glauben, daß ſein Sohn fähig wäre, ihn zu täuſchen.“
„Ich weiß, Anna, daß er es gut meinte und daß ich gottlos gehandelt habe,“ fiel Edmund ein;„Gott weiß, ich habe ihm das Unrecht verziehen, das er mir zugefügt hat; denn bedarf ich nicht ſelbſt des reichſten Maßes der Verzeihung?“
Anna fuhr fort:„Wenige Tage vor ſeinem Tode erhielt er einen anonymen Brief, worin man ihm Deine geheime Ehe mit Ginevra Leslie meldete.“
„Er muß von dieſem elenden Carrafeli gekommen ſein,“ rief Edmund;„er allein konnte ihn abgeſandt haben, denn er allein wußte von meiner Ehe.“
„Er zeigte ihn Niemand als mir,“ fuhr ſie fort, und er weigerte ſich durchaus, an die Sache zu glauben. Er ſei überzeugt, wiederholte er einmal um's andere,


