Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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Stunde früher, und er hätte ihre Verzeihung erhalten können.

Sie hat ihm verziehen, antwortete er ſanft.Die letzten Worte, die ſie ſprach, waren ein Segen, den ſie auf ſein Haupt herabrief.

Gott ſei gedankt! Gott ſei gedankt! rief Mrs. Ne⸗ ville in haſtigem Tone.Wenn Jemand es ihm ſagen könnte! ich wage es nicht, zu ihm zu gehen ſie zitterte, als ſie ſpraches iſt etwas Schreckliches um einen Kum⸗ mer, wie der ſeinige. Er iſt beinahe wahnſinnig aber wenn er wüßte, daß ſie für ihn gebetet hat! können Sie zu ihm hineingehen? fragte ſie bebend.Könnten Sie mit ihm ſprechen?

Vater Francesco näherte ſich dem Bette, neben wel⸗ chem Edmund kniete, aber er fuhr beinahe zurück bei dem verſtörten Ausdruck ſeines Geſichtes, als er es einen Augen⸗ blick gegen ihn kehrte.

Laſſen Sie mich, ſagte er flüſternd,laſſen Sie uns. Sie können hier nichts thun. Sie waren bei ihr in ihren Stunden des Bewußtſeins. Sie brachten ihr die Tröſtungen, welche Sie geben konnten. Es gibt deren keine für ihren Mörder. Ich habe nur noch dieſe letzten Augenblicke, worin ich ſie in meinen Armen halten kann ſtören Sie uns nicht. Sie wiſſen nicht, was Kummer iſt Sie mögen ihn geſehen haben, aber Sie haben ihn nicht empfunden, ſonſt könnten Sie nicht dieſen ſterbenden Engel ſehen und ruhig bleiben. Aber ich vergeſſe Sie haben ſie nicht getödtet.

Er beugte ſich über ſie und ſchaute in ihr Geſicht, als wollte er durch die Innigkeit dieſes Blickes das hin⸗ ſchwindende Leben zurückhalten. Er zog ihren Kopf an ſeine Bruſt und ſprach kein Wort mehr; der Prieſter kniete am Fuße des Bettes. Nach einer Weile glitt Anna Ne⸗ ville herein und kniete ebenfalls nieder, und Beide beteten ſtille. So vergingen die Stunden und die Nacht ſchritt vor. Die Wärterin ging und kam, und der Doktor ſtand