Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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mer in der ihrigen verſchloſſen, und es erfolgte eine Paufe von wenigen Augenblicken, denn ſie war zu ſchwach, um auf einmal viel zu ſprechen. Er ſchaute in ihr blaſſes Geſicht er ergriff ihre ſchwache Hand und dankte Gott in ſeinem Herzen. Was fragte er jetzt danach, wenn die Welt ſie verachtete wenn ihr irdiſcher Vater ſie verwarf jetzt, da er von ihren Lippen dieſe Worte des Troſtes ge⸗ hört hatte! Wenn auch die Springfeder ihres jungen Lebens ge⸗ brochen war, und ſie am Morgen ihrer Tage ins Grab hinabſteigen ſollte, wenn auch die Blume, die aur ſeiner Seite in ſeinem hohen Alter aufgeblüht, wie ſſor Kürbis des Propheten in einer Nacht verwelkt und voroun alten Baume zu Grunde gegangen war, welcher ſie nicht ge⸗ ſchützt hatte, ſo öffnete ſich jetzt der Himmel, ſie zu wm⸗ pfangenz ſein eigener langer Pilgerlauf nahte ſeinem Ende, und Beide ſchritten gegen das Land zu, wo die Gottloſen aufhören zu quälen, und wo die Müden zur Ruhe kom⸗ men. Als Ginevra wieder zu einigen Krͤften kam, er⸗ zählte ſie in Zwiſchenräumen die näheren Umſtände ihrer Geſchichte, und er entwarf ſich aus dieſen abgebrochenen Sätzen eine Vorſtellung von der Lage, worin ſie ſich be⸗ fand, ohne jedoch ein klares Bild davon gewinnen zu kön⸗ nen. Er vermuthete ſtark, daß ihre Unſchuld hintergangen worden ſei, und es wurde dem alten Prieſter ſchwer, mit Ruhe einer Zuſammenkunft mit dem Manne entgegenzu⸗ ſehen, welcher Diejenige getäuſcht und verrathen, die er rein, ſtrahlend und glücklich verlaſſen, nun aber ſterbend und entehrt wieder gefunden hatte. Es wäre ſein glühen⸗ der Wunſch geweſen, ſie aus dieſem Hauſe zu entfernen; da dies aber unmöglich war, ſo beſchloß er, an ihrer Seite zu bleiben, bis zum letzten Augenblick über ſie zu wachen, ſie durch das Thal des Todesſchattens mit all der heiligen Hülfe, welche die Religion gewährt, zu geleiten, ſie Nie⸗ mand anders als Gott zu übergeben, dann aber abzurei⸗ ſen und den ihm ſelbſt angewieſenen Lauf zu vollenden,