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er allein. Er ſetzte ſich auf einen Stuhl am Kamin, zog ſein Brevier heraus und begann ſill darin zu leſen: das Picken der alten Uhr auf dem Kamingeſims und das ge⸗ legentliche Rauſchen des ſeidenen Rocks der Haushälterin waren die einzigen Töne, die ſich in der Stille dieſer Wohnung vernehmen ließen. Nach einer Weile verſchloß er ſein Buch und lauſchte, denn die Kranke war unruhig geworden und ſprach in ih em Schlafe. Ein ſeltſamer Ausdruck fuhr über das Geſicht des alten Mannes. Einige italieniſche Worte hatten ſein Ohr erreicht. Er erhob ſich und ſchritt langſam im Zimmer auf und ab. Als er an einem Schreibtiſch neben dem Fenſter vorbeikam, fielen ſeine Augen auf einen Gegenſtand, der ſeine Aufmerkſam⸗ keit feſſelte; es war ein Roſenkranz, welcher einſt ihm ſelbſt gehört hatte, darüber konnte er ſich nicht täuſchen; und als er ihn mit der einen Hand ergriff und die andere an ſeine Schlaͤfe preßte, wie wenn er ſeine Sinne ſam⸗ meln wolle, da fragte er ſich, ob es mäglich ſei, daß Die⸗ jenige, der er dieſe Perlen gegeben, ſich von ihnen habe trennen können. Er kämpfte mit einem Gedanken, welcher ſich den Weg in ſeine Seele erzwang; er betete gegen denſelben; aber weder Anſtrengungen noch Gebete halfen. Dieſer Gedanke nahm eine Form an, er wuchs, er ſchritt auf ihn zu, er bemeiſterte ihn. Jetzt kam die Haushälterin herein und ſagte:„Sie iſt jetzt erwacht und ſcheint ruhig, obwohl ſehr ſchwach. Wollen Sie zu ihr gehen?“
Der alte Mann erhob ſich und ſchritt auf die Thüre zu. Ein einziger Strahl ſtahl ſich durch den halb offenen Laden des Krankenzimmers und warf ein ſchwaches Licht auf den Fußteppich. Ein Stuhl befand ſich neben dem Bette. Er näherte ſich ihm und ſtand in dieſem dunkeln Zimmer ſein Auge umwölkt und ſein Herz hoch klopfend. Die ſterbende Frau flüſterte:„Vater, geben Sie mir Ihren Segen,“ in ſo ſchwachem Tone, daß er nur errathen konnte, daß ſeine heilige Hülfe begehrt wurde. Sie hatte ihr Geſicht in ihren Händen verborgen, und er ſprach


