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Ginevra ſtreckte ihre Hand aus und preßte ſchwach die Hand der alten Frau, während ſie murmelte:
„Gott ſei Dank für dieſe Worte; ich kann Ihnen jetzt vertrauen. Aber ich glaube, ich bin am Sterben. Mein Gehirn iſt ſo verworren— ſchicken Sie nach einem Prieſter— einem—“
Sie konnte den Satz nicht beendigen, ſondern zeigte der Wärterin ein kleines Crucifix in ihrer Hand und fiel dann erſchöpft zurück. Mrs. Atkinſon klingelte haſtig und ſchickte zuerſt nach dem Doctor, dann überlegte ſie, wie ſie Ginevra's Wunſch am Beſten erfüllen könne. Das Crucifix und der Roſenkranz, den ſie bei ſich trug, zeigte ihr genügend, daß ſie eine Katholikin war, und die einzige Frage war, wie man den Namen und die Wohnung eines Prieſters dieſer Religion auffinden ſolle. Ihre nächſte Haus⸗ nachbarin hatte eine katholiſche Magd, welche die Kapelle in— Street beſuchte, und von dieſem Mädchen erfuhr ſie, daß einer dieſer Prieſter ein Fremder ſei, was ſie augen⸗ blicklich beſtimmte, einen Boten in dieſer Richtung abzu⸗ ſchicken, denn Ginevra's Name und die fremde Sprache, worin ſie beſtändig während ihres Deliriums gefaſelt, hatte ſie auf den Gedanken gebracht, daß ſie keine geborene Engländerin ſei. Mrs. Jones' Magd erbot ſich, den Abbé Noſſi aufzuſuchen. Ginevra's auffallende Ankunft in Mrs. Atkinſon's Haus war in den letzten drei Tagen ein Ge⸗ genſtand allgemeiner Erörterung in der Nachbarſchaft ge⸗ weſen, und alle möglichen Geſchichten waren in Umlauf geſetzt worden über die ſchöne, junge Ausländerin, welche Mr. Neville nach Nummer 5 in der Terraſſe Melville gebracht habe, die da wahnſinnig geworden ſei und ſter⸗ bend in der Wohnung ſeiner früheren Haushälterin liege. Einige behaupteten, er habe ſie vergiftet, und es ſei him⸗ melſchreiend, daß man ihn nicht verhaftet habe. Andere erklärten, es werde eine Legalinſpection vorgenommen wer⸗ den, ſobald ſie todt ſei, und dann würden ſeltſame Dinge zum Vorſchein kommen. Wieder Andere erzählten, Mr.


