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„Iſt es vorüber?“ ſegte ſie in lauterem Tone und mit erſchrecktem Blick alle Gegenſtände ringsum anſchauend. „Es iſt nicht vorüber, Alles iſt fremd hier. Wo bin ich?— in einer andern Welt?— oder bin ich wahnſinnig?— ſprechen Sie. O, wie mein Kopf ſchmerzt!— Wer hat mich hierher gebracht?“
„Nun, ſeien Sie nur ruhig und verſuchen Sie wieder zu ſchlafen. Die Aerzte ſagten, man ſolle nicht mit Ih⸗ nen ſprechen und Sie nicht aufregen,“ ſagte Mrs. Atkin⸗ ſon, welche ſich mit Recht ſcheute, Edmunds Namen zu erwähnen.
„Wer hat mich hierher gebracht?“ wiederholte Ginevra, indem ſie ihren ſchwachen Kopf von den Kiſſen zu erheben verſuchte. 5
„Ihre Freunde, meine Liebe. Seien Sie jetzt ruhig, und ſchlafen Sie.“
Sie hätte ebenſo gut den Wellen oder dem Winde Schweigen gebieten können.
„Wer hat mich hierher gebracht? wer ſtand eine Nacht hindurch am Fuße dieſes Beites? wer weinte im andern Zimmer die ganze letzte Nacht hindurch? Ich hörte ihn. Wer kniete an dieſer Thüre und winkte mir eben jetzt, zu kommen? Ich konnte nicht, ich konnte nicht—4
„Still, meine Liebe. Es war bloß Mr. Neville, der gekommen war, um nach Ihrem Befinden zu ſehen.“
„Gekommen, um nach meinem Befinden zu ſehen? was bedeutet das Alles? wo bin ich? wer bin ich? was bin ich? was hat er mit mir gethan? wo ſind mein Va⸗ ter und meine Schweſter? ich bin in ſchrecklicher Angſt. Was iſt dieß für ein Haus? wem gehört dieß Haus? wer ſind Sie?“
„Mrs. Atkinſon, Ihre Wärterin, meine Theure. Dieß iſt mein Haus. Wie Sie zittern! erſchrecken Sie nicht, meine Theure. Wie ängſtlich Sie ausſchauen! Soll ich ein Gebet für Sie ſprechen?“
Schloß Grantley. II. 12


