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einem wirren Ausdrucke des Zweifels, des Jammers und der Furcht. Als Sie an den letzten Satz kam, zündete ſie ein Licht an und hielt das Papier in die Flamme. Es brannte langſam, ſie ſah zu, wie Wort um Wort, Zeile um Zeile verſchwand, bis das Feuer ihre Hand erreichte. Sie ließ es fallen und bald vermiſchte es ſich mit der Aſche. In dieſem Augenblick klopfte Margaret an der Thüre und ſagte ihr, daß Mr. und Mrs. Warren im Geſellſchaftszimmer ſich befänden; ſie ſeien gekommen, um vor ihrer Abreiſe nach Deutſchland Abſchied von ihnen zu nehmen. Als Ginevra ins Zimmer trat, erſchrack Mr. Warren über die tödtliche Bläſſe ihres Geſichtes und fühlte ſich ſchmerzlich bekümmert um ſie; aber er ahnte nicht die Tiefe der Qual, welche hinter dieſem Geſichte ruhte. Es war nicht, wie er wähnte, der Traum eines Mädchens, der ſo eben zerſtört worden, es war das ganze Leben eines Weibes, das vernichtet worden war. Da ſeine Frau mit Margaret zufällig das Zimmer verlaſſen hatte, befand er ſich allein mit Ginevra, und mit ſichtlicher Verlegenheit bemühte er ſich einige Worte der Theilnahme an ſie zu richten. Dies war mehr als ſie ertragen konnte, der Kampf war ſchrecklich, ſie hätte Welten gegeben, um die⸗ ſes Schweigen brechen, ihn fragen, den Schleier von ſei⸗ nen eigenen und ihren Augen reißen und die Ketten zer⸗ trümmern zu können, welche das Eiſen in ihre Seele trieben. Aber ſie konnte nicht ſprechen und ruhig ſein. Sie konnte dem ſtürmiſchen Pochen ihres Herzens nicht gebieten. Sie haſchte nach Athem. Alle Spuren von Farbe verſchwan⸗ den aus ihren Wangen; ihre Lippen waren theilweiſe offen, aber ſie bewegten ſich nicht. Ihr Athem war jetzt kaum vernehmbar, ſo tief war die Stille ihres ganzen Weſens. Sie war ſchrecklich wie die Stille, welche dem Sturme vorhergeht. Mr. Warren ſagte mit Zögern:
„Ich höre, daß Edmund ſehr ſchimm daran iſt; daß ſeines Vaters letzter Wille— 4
Der Name, die Worte ſchlugen an ihr Ohr, und


