Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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deren Tugenden und Anſichten Du ſelbſt eine ſo hohe Mei⸗ nung hegſt? Es ſcheint mir, daß Du, wenn Du dieſen Standpunkt in's Auge faſſeſt, nicht länger zögern kannſt, dasjenige Verfahren einzuſchlagen, welches uns vor einem Abgrunde unrettbaren Elends zu bewahren vermag. Der Stand der Dinge iſt der: Ich bin nicht bloß zu Grunde gerichtet, ſondern auch entehrt, unfähig, auch nur die allernothwendigſten Vorkehrungen zu treffen, oder auch nur der Welt wieder in's Auge zu ſehen, wenn ich meine Ehe anerkennen müßte, ſo lange Du Dich noch zur römiſch⸗katholiſchen Religion bekennſt. Ich werde mich nie weigern, der Welt Alles zu verkünden, was Du willſt; aber das erkläre ich Dir offen, daß ich an dem Tage, wo Du dieſes Geheimniß enthüllſt(und ich ſtelle es Dir frei, es zu thun, dieſer Brief in Deinen Handen liefert Dir die Beweiſe und gibt mich in Deine Gewalt), England für immer verlaſſen und Dich nie wieder ſehen werde. Wenn Du bei Deinen gegenwärtigen religiöſen Anſichten beharrſt, ſo bleiben Dir nur zwei Dinge übrig: das eine iſt ein Stillſchweigen, das uns jede andere Zuſammenkunft außer in größeren Geſellſchaften verbieten muß, und die Qual, nie anders als in Furcht und Zittern mit einander ſprechen zu dürfen; das andere iſt eine ewige Trennung mit dem Bewußtſein, daß Du Deinen Gatten aus ſeinem Lande und aus ſeiner Heimath vertrieben, ſeinen Namen gebrand⸗ markt, ſeine Reichthümer zu Grunde gerichtet und ſein Herz gebrochen haſt. Wenn die Liebe, welche Du mir erklärt haſt, etwas Anderes als eine Täuſchung oder im beſten Falle eine Selbſttäuſchung iſt, ſo kann ich nicht darüber im Zweifel ſein, wie Deine Antwort auf dieſen

Brief lauten muß. Als ich von Dir ſchied, Ginevra, ſchien

unſer Elend vollſtändig; wie ſollen wir wieder zuſammen⸗ treffen? Wenn Du blind gegen die Vernunft, hartnäckig gegen Bitten bleibſt und in einer Art von künſtlich auf⸗ geſchraubtem Enthuſiasmus, von eingebildetem Märtyrer⸗ thum, das ohne Zweifel ſeinen eigenen Lohn in ſich trägt,