Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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kraft ihres eigenthümlichen Charakters aufbieten, um ihre Angſt und tiefe Aufregung zu beherrſchen. Aber ſeit dem Auftritt mit ihrer Schweſter, welcher einen neuen Stand der Dinge zwiſchen ihnen zu eröffnen geſchienen, hatte ſie einen mächtigen Sporn zu haudeln, der alle Fähigkeiten ihrer Natur weckte. Das Glück dieſer Schweßer wurde für ſie ein Gegenſtand leidenſchaftlicher Sorge und ſie bewachte jeden Zug auf ihrem Geſichte, jede Biegung ihrer Stimme wie der Kaufmann, deſſen ganzes Vermögen dem Winde und den Wellen preisgegeben iſt, die Wolken beob⸗ achtet, die ſich in der Ferne ſammeln, oder die Stürme, die über den Ozean hinſchweiſen. Was ſie ſelbſt betraf, ſo konnte ſie den Umfang der Prüfungen, die ihrer war⸗ teten, nicht ermeſſen; aber mit geduldiaer Sorgloſigkeit lebte ſie von Tag zu Tag hin, wie ein Menſch, der dem ſchmalen Pfad mit dem Abgrunde auf beiden Seiten folgt und ſein Auge nur auf dem nächſten Schritt, den er zu machen hat, ruhen läßt. Die Muſik, die in ihren Ohren erſcholl, die Scenen, die ſie auf allgemeines Verlangen aufführte, die Geſänge, die man ihr ablockte und der Bei⸗ fall, der jede Kundgebung ihrer Talente belohnte, alles das ſchien ihr ein Theil vom Schauſpiele des Lebens zu ſein, und darunter rollte ein tiefes immer wachſendes Gefühl des Elends, das durch eine immer wachſende Kraft gedämmt und zurückgedrängt wurde. Zuweilen, wenn ihr Auge auf Margaret ruhte und ein glänzendes Lächeln auf einem Geſichte ſtrahlte, das zum Lächeln geſchaffen ſchien, oder wenn ſie in der Macht ihrer eigenen Begeiſterung ihr einen Funken dieſes Feuers mittheilte, das ihren eigenen Genius ernährte, wenn ſie Andere mit Bewunderung das ſchöne Geſicht ihrer Schweſter betrachten ſah, da ſtahl ſich, ge⸗ hoben durch eine ſympathetiſche Aufregung, ſogar ein Ge⸗ fühl des Vergnügens über ihr Herz und wirkte ermun⸗ ternd auf ihre Lebensgeiſter. Und auch Margaret beyb⸗ achtete— trübe und ſchwer hatten auf ihrer Seele die argwöhniſchen Vermuthungen und die Beweiſe jeuer un⸗