Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1851)
Entstehung
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daß die Laſt Deiner geheimen Trübſal oder einer über⸗ wältigenden Schwierigkeit oder der Vorwürfe Deines Ge⸗ wiſſens Dir auf jedem Gange Deines Lebens ein unerträg⸗ liches Leiden verurſachen, dann denke an mich und an meine Worte. Vielleicht wird Dir inzwiſchen Dein eige⸗ nes Herz zugeflüſert haben, daß das meinige ſich nicht durch eine ſchmähliche und ſchändliche Selbſtſucht beher⸗ ſchen läßt.“

Als ſie das Zimmer verließ, ohne ihm ihre Hand zu bieten oder ihn nur anzuſchauen, da entſank Edmund ſein Herz. Einen Augenblick dachte er daran, ſie zurückzuru⸗ fen, ſich in ihre Arme zu werfen, ihr ſein ganzes Herz zu eröffnen, und ein trübes, fernes Bild eines Lebens voll Anſtrengungen und Opfern, begonnen mit edlen Grund⸗ ſätzen und mit Ehren endend, ſchwebte vor ſeinen Blicken; vielleicht, daß Anna nicht heirathete und ſich ſelbſt ihm und den Seinigen aufopferte; vielleicht konnten ſie dann Alle zuſammenleben und ihr Einfluß auf ſeine Frau konnte dann vielleicht zuletzt erfolgreich ſein, ſie konnte vielleicht überzeugen, wo ſein Zureden und ſeine Heftigkeit nichts geholfen hatten. Sein Herz ſchien ſich bei dieſem Gedanken zu ſänftigen und zu er⸗ weitern, er bewegte ſich mit langſamen und unſicheren Schritten gegen die Thüre zu; als er durch die Halle ſchritt, blickte er auf und ſah Anna in der Gallerie auf⸗ und abſpazieren und leiſe, aber ernſthaft mit Charles Neville ſprechen, deſſen Arm um ihren Leib geſchlungen war. Sein Traum verſchwand, ſein Argwohn kehrte zu⸗ rück, ſein Herz verhärtete ſich von Neuem, und die prak⸗ tiſchen Einzelnheiten der Geſchäftsſachen, ſo wie die vielen Gelegenheiten, bei denen er bald ſich als Herrn des Hau⸗ ſes zeigen mußte, nieteten tauſendfach die Ketten, welche ihn an das bereits ergriffene Verfahren feſſelten. Er hatte ſeit ſeiner Abreiſe von Schloß Grantley nicht an Ginevra geſchrieben und jetzt war der Augenblick gekommen, wo er ihr die erſte Nachricht von der unglückſeligen Verwickelung machen mußte, in die ſie Beide gerathen waren. Es wäre

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