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England, ein kleines Gut in Schottland, ein Haus in Cavendiſv⸗Square in London und andere kleinere Ver⸗ mächtniſſe, die dazu gehörten, wurden hinter einander und in pompöſen Ausdrücken aufgezählt, und alles war ihm hinterlaſſen, um nach Belieben damit zu ſchalten und zu
walten und es ſeinen Kindern nach ihm zu vermachen,
jedoch mit dem Vorbehalt und der Bedingung, daß, im Fall er unverheirathet bleibe oder ohne Erben ſterbe, be⸗ ſagte Güter, Beſitzungen u. ſ. w. auf Anna Neville, ſeine Schweſter, und ihre Erben nach ihr übergehen ſollten, oder für den Fall, daß er ſich mit einer Perſon von rö⸗ miſch⸗katholiſcher Religion verheirathe oder eine Ehe mit einer ſolchen erkläre, ſolle er das Eigenthumsrecht auf be⸗ ſagte Güter, Beſitzungen ꝛc. verwirken, und dieſelben ſol⸗ len zu gleicher Zeit in die Hände beſagter Anna Neville, oder im Fall ihres Abſterbens auf ihre Kinder nach ihr, oder in Ermangelung ihrer Erben auf Charles Neville von N. und auf ſeine Erben nach ihm übergehen. Man ſagt, daß, wenn ein Todesurtheil über einen Mann aus⸗ geſprochen wird, er ſelbſt wever ſo aufgeregt noch ſo er⸗ ſchuͤttert ſei wie die Zuhörer. Thatſache iſt, daß er kaum die Bedeutung deſſelben in ihrer ganzen Stärke fühlt oder ſich vergegenwärtigen kann. So geſchah es auch mit Ed⸗ mund Neoille: was er ſo ſehr gefürchtet hatte, daß ſeine Tage unruhig und ſeine Nächte ſchlaflos geworden waren, das war jetzt über ihn gekommen, und er fühlte ſich beim Weggehen aus dem Zimmer kaum aufgeregter als eine Stunde zuvor beim Eintritt in daſſelbe. Er hatte während der Verleſung des Teſtaments ſeine Augen nicht einmal aufgeſchlagen, und als ein alter Landedelmann, ein ent⸗ fernter Verwandter, während ſie durch die Halle in den Geſellſchaftsſaal gingen, ihm die Hand ſchüttelte und zu ihm ſagte:„Nicht wahr, ein Spahn von dem alten Block, ein Proteſtant bis in den Rückgrati kein papiſtiſches Weib, he?“ da färbte das Blut, das zu ſeinem Herzen rauſchte, nicht einmal ſeine Wangen. An dieſem Abend bemerkte


