Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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legentlichen Beſuchen einflößte, und der Ton, womit man ſie trotz der Rückhaltung ihres Benehmens wie eine Perſon anredete, der, es frei ſtehe, die Huldigungen und Aufmerkſamkeiten Anderer zu empfangen, das Alles war eine unbeſchreibliche Qual für ihn. Es ſchien, als ob Jedermann um ſie her größere Anſprüche auf ſite beſäße, als er ſelbſt, und doch war er ihr Gatte; wenn er wollte, konnte er ſie auf einmal aus dieſem Hauſe reißen, ſie von ihrer Familie trennen und ſein Recht auf ihre ausſchließliche Hingebung ſicherſtellen. Zuweilen überredete er ſich in ſeiner argwöhniſchen Er⸗ bitterung, daß ſie die Bekanntwerdung ihrer Che nicht wünſche daß ſie aufgehört habe, ihn zu lieben, daß ſte ihn wegen ſeiner ſelbſtſüchtigen Feigheit verachte, ſich mit ihrer dermaligen Stellung begnüge und die Abſicht habe, ihn für immer wegzuwerfen. Selbſt ihre Geduld und Sanftheit ärgerte ihn, und zuweilen wollte es ihn, den Betlüger und den Tyrannen, bedünken, als ſei er von ſeinem Opfer beleidigt und ſchlecht be⸗ handelt, weil ſie bloß im Stillen duldete und im Ge⸗ heimen weinte.

Am Tage vor ſeiner Abreiſe von Schloß Grantley, auf welche im letzten Kapitel angeſpielt wurde, hatte er von ſeiner Schweſter einen Brief erhalten mit ge⸗ heimnisvollen Andeutungen auf ein Gerücht, das zu ſeinen Eltern gedrungen ſei und ſie in die größte Be⸗ ſtürzung verſetzt habe. Sie erſuchte ihn, ſogl ich nach Clantoy zurückzukehren und ſie Alle von der Qual des bangen Zweifels zu erlöſen. Verlegen und rathlos be⸗ ſchloß er, ſich theilweiſe ſeinem Onkel Mr. Waren anzu⸗ vertrauen; er geſtand ihm ſeine Neigung zu Ginevra, ſpielte leicht auf eine frühere Bekanntſchaft, die er in Italien mit ihr gemacht habe, an und befragte ihn über die beſte Art, ſeines Vaters Einwilligung zu die⸗ ſer Ehe zu erhalten. Er fand ſeine eigene Anſicht von ſeines Vaters Unbeugſamkeit zehnfach bekräftigt in die⸗ ſer Unterhaltung, aber zugleich ſprach ſich ſein Onkel

mit großer Zuverſicht darüber aus, daß Ginevra wahr⸗