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als je zuvor, zu verlieren oder ſich auch nur dieſer Gefahr auszuſetzen, und wenn er immer neue Beweiſe für die Unbeugſamkeit ſeines Vaters ſah und ſich jeden Tag unfähiger fühlte, gegen die eiſerne Starrheit ſeiner Vorſätze anzukämpfen, ſo fam er zuletzt, ſelbſt wenn er ſich vorgenommen hatte, den gleichen Trotz entgegen zu halten, zu der Ueberzeugung, daß bei die⸗ ſem Kampfe alle Vortheile der Stellung gegen ihn ſeien. Zum erſtenmal drängte ſich ihm jetzt die Idee auf, daß Ginevra nachgeben müſſe. Er bedachte ihre Jugend; er ſuchte ſich zu überreden, daß ihre Ueber⸗ zeugungen nicht tief gewurzelt ſeien und daß das Bei⸗ ſpiel Anderer, ſein inſtändiges Flehen und die Macht der Umſtände nach kurzer Zeit das ſo heißerſehnte Reſultat bewirken könnten. Er dachte ſo zuverſichtlich an Erfolg, daß ſeine Lebensgeiſter ſich wieder ermun⸗ terten und er ſeine Phantaſie mit verſchiedenen Ge⸗ mälden der Zeit erheiterte, wo er der erſtaunten Welt ſeine Ehe erklären und Ginevra im Triumph zu ſeiner entzückten Familie führen würde. Sein erſter Schritt war, daß er an Walter Sydney ſchrieb und ſich erbot, ihm einen Beſuch auf Heron Caſtle abzuflatten. Es ſchwebten zwiſchen beiden Familien einige Geſchäftsan⸗ gelegenheiten ob in Betracht der Ländereien von Darrell Court, welche an Mr. Sydney's Gut grenzten, und dieß gab einen plauſibeln Grund für ſeinen Vorſchlag. Er war ungemein neugierig, Ginevra's Bater und Schweſter zu ſehen, und es war für ihn der Gegenſtand eines unausſprechlichen Intereſſes, all die Eigenthüm⸗ lichkeiten dieſes Hauſes zu beobachten, in welchem ſie bald unter ſo ſeltſamen Umſtänden aufgenomen wer⸗ den ſollte.
Nur mit tiefem Widerwillen dachte er daran, daß er Oberſt Leslie's Haus wie ein gewöhnlicher Bekannter betreten ſollte, und dieß, verbunden vielleicht mit einer unwillkürlichen Furcht vor Walter, veranlaßte die Ver⸗ ſpätung ſeines Beſuchs, welche Margaret beim Anfang ihrer Bekanntſchaft ſo ſehr quälte. Als er ſte bei Mrs.


