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Muſik aus entſchwundenen Tagen. Das Getöne des Gongong, als es ihn aus ſeiner betrachtenden Haltung auſſtörte, hatte gleichfalls einen wohlvertrauten Klang, und in ſeinem eigenen Zimmer die Anſichten von dem See von Killarney, von der Rieſen⸗Chauſſee, die krum⸗ men Porzellanungeheuer auf dem Kamin, die wenigen Bücher und alten Flugſchriften auf den Ständern, der geſtickte Feuerſchirm, ein Geburtstagsgeſchenk ſeiner Schweſter, alles Das erinnerte ihn an eine Zeit und an einen Stand der Dinge, den er während ſeines ein⸗ jährigen Aufenthaltes in Italien beinahe aus den Augen verloren hatte. Er ging zum Diner hinab und die alten Familienportraits, das Schwert, das über dem Kamin hing(eine Reliquie aus der Schlacht von Boyne) und das zu ergreifen er in ſeiner Kindheit auf den Stubl geſtiegen war, zwiſchen den Fenſtern das große
Gemäaͤlde der Belagerung von Londonderry, Alles das
erinnerte ihn warnend an die tiefe ingewurzelten reli⸗ giöſen und politiſchen Vorurtheile ſeiner Familie. Er war ſtill und in ſich gekehrt, die Koſten der Unterhal⸗ tung wurden hauptſächlich von ſeinem Vater und dem Geiſtlichen der Gemeinde getragen. Sie berührte oft den Zuſtand des Landes und den religiöſen Haß, der allda vorherrſchte. Das Herz entſank ihm, als er die Bitterkeit der Parteigeſinnung anhörte, welche in jedem Worte, das geſprochen wurde, an den Tag trat, und als beim Familiengebet an dieſem Abend Mr. Neville feierlich darum flehte, ſein Haus möge immer vor dem Einfalle des Unglaubens und Papſtthums bewahrt wer⸗ den und niemals einen Papiſten beherbergen, da erhob ſich Ginevra's Bild vor ihm, wie ſie, ihre ſanften, inbrünſtigen Augen zum Himmel gerichtet, dag ſtanden und ihm gegenüber die Sache der Wahrheit und Ewig⸗ keit verfochten hatte. Am folgenden Tag ritt er mit
ſeiner Schweſter Anna Neville durch die Straßen und
Dörfer, die in der Herrſchaft ſeines Vaters lagen, und wurde von den Pächtern herzlich bewillkommnet. Als er Alles beobachtet, was man gethan hatte, um das


