Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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einzige Ziel ſeines Strebens, denn Trennung und Un⸗ gewißheit hatten ſeine Leidenſchaft zehnfach geſteigert und ihn beinahe ſeiner Sinne beraubt. Endlich verließ ſie Genna, und dann reiste er Tag und Nacht nach England. Als er nach Hauſe kam, fand er ſeine Eltern in gänzlicher Unwiſſenheit über den Gegenſtand und die Natur ſeines Liebesverhältniſſes, und bevor er von der Sache ſprechen konnte, zwei Stunden nach ſeiner An⸗ kunft führte ihn ſein Vater an das Fenſter, deutete auf die uralten Bäume, den großen See, die lachenden Dörfer, die Pfarrkirche, von wo in dieſem Augenblick die Glocken freudig erklangen zu Ehren der Rückkehr des Erben dieſer herrlichen Ländereien, und ſagte in langſamem, eindrucksvollem Tone:

Edmund, wenn es Dir je in einem Augenblick der Bethörung eingefallen ſein ſollte, meine Einwilli⸗ gung zu Deiner Verbindung mit einer Katholikin zu erbitten, ſo laß ein für alle Mal dieſen Gedanken fahren, denn ich ſchwöre(und er legte ſeine Hand auf die große Familienbibel, die auf dem Tiſche lag) bei di ſem heiligen Puße und bei dem Himmel, welchen es offenbart, daß ich es niemals dulden werde. Ich habe Deiner Mutter das Verſprechen abgenommen, von Dir nicht ein einziges Wort über dieſen Gegenſtand anzuhören und Dir nicht einmal zu erlauben, ihr die Per⸗ ſon, wer ſie auch immer ſein mag, zu nennen, welche Dich an die Möglichkeit einer ſolchen Ehe glauben gemacht hat.

Er legte ſeine Hand auf des Sohnes Schulter. Hätte er im Herzen dieſes Sohnes leſen können, ſein eigener harter Geiſt würde verzagt haben.

Nachdem Mr. Neville das Zimmer verlaſſen hatte, ſtarrte Edmund lange in die wohlbekannte Landſchaft hinaus, die ſelbſt in ihrem Winterkleid ſo viel Schön⸗ heit zeigte. Da gab es kein Plätzchen, das ihn nicht an ſeine Kindheit oder an ſeine Knabenzeit erinnerte, und das wilde Geſtöhne des Windes durch die laub⸗ loſen Zweige der Ulmen war in ſeinen Fahein wie die

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