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in Bezug auf die Geſinnungen ſeiner Familie abge⸗ wieſen, ſchwebten ihrem Geiſte vor, als er raſch die Schwierigkeiten ſchilderte, die ihren Pfad umlagerten, die dunklen Wolken, die über ihrem Schickſal hingen, und das Verhalten, das ſte nunmehr beobachten müßten. Noch, immer machte ſie ihm keine Vorwürfe, ſondern legte nur ihre Hand auf die ſeinige und ſagte:
„Edmund, Du biſt der Herr meines Schickſals, der Gebieter meines Daſeins. Unwiſſend und hilflos kann ich Deinem Willen nicht widerſtehen und Deine Ent⸗ ſchließungen nicht beherrſchen; aber höre mich einen Augenblick an. Ich möchte Dir keinen Schmerz berei⸗ ten, Theuerſter, und die Bitterkeit dieſer Stunde nicht erhöhen; aber höre auf, höre auf, bevor Du Dich ſelbſt und mich auf einen Weg drängſt, wo die Wahrheit eine Gefahr und der Betrug eine Pflicht ſein wird. Die Leiden dieſer Stunde(ihre Stimme ſchwankte und ihre Hand zitterte) ſind das Reſultat—“
„Meiner grenzenloſen Liebe für Dich. Sie kannte kein Maß, Ginevra, und ſie fürchtete keine Gefahren.“
„Bleibe ihr und Dir ſelbſt treu,“ rief ſie; fuͤhre mich zu den Füßen Deines Vaters und laß meine innige Liebe, meine unglückſelige Unwiſſenheit, und—“
„Deine allzu bezaubernde Schönheit, Deine allzu entzückende Liebenswürdigkeit,“ unterbrach ſie Edmund, als ſte vor ihm ſtand, während die Thränen aus ihren Augen ſtrömten und eine tiefe Röthe dieſe Wangen färbte, welche gewöhnlich ſo rein und weiß waren wie der pariſche Marmor.
„Mir und Dir zur Entſchuldigung dienen,“ fuhr ſie fort.„O, Edmund, theuerſter Edmund, Wahrheit, Wahrheit, um's Himmelswillen Wahrheit, und dann Jammer und Elend, wenn es Gott gefällt. Das Leben iſt kurz, mein Geliebter, und die Ewigkeit iſt lang.“
„Sie ſah jetzt noch ſchöner aus, als zuvor, denn
ihre Augen waren zum Himmel gerichtet, und der Geiſt
der Hoffnung und des Glaubens funkelte in ihrem Bli und glänzte auf ihrer Stirne; aber ſie war zu hoch


