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ſeinen Täuſchungen ſo ſelbſtquäleriſch geweſen, und die Stille der Natur in dieſer Dämmerungsſtunde ſchien zu harmoniren mit dem Gebet, das noch immer in ihrem Herzen aufſtieg, mit den heiligen Tönen, die noch immer in ihren Ohren weilten— und Edmund küßte die Thränen hinweg, die langſam ihre Wangen hinabrannen, und beobachtete mit Augen, welche die ganze Gluth ſeiner leidenſchaftlichen Liebe verkündeten, das entſprechende Lächeln, das wie ein Strahl des Mondlichtes auf dem Waſſer mehr Lieblichkeit als Glanz, und mehr Zärtlichkeit als Freude hatte. Edmund ſprach ſelten von der Zukunft, und ſie fragte niemals. In ihrem Charakter und in ihrer Religion wohnte ein ſtarkes Prinzip der Selbſtvergeſſenheit, nicht bloß die Selbſtverläugnung, welche Opfer bringen kann, ſondern jene wirkliche Selbſtvergeſſenheit, welche in der Reli⸗ gion eine unbegrenzte Unterwerfung unſeres ganzen Weſens unter den Willen und die Verfügung deſſen hervorbringt, von dem und für den wir geſchaffen ſind, und in den menſchlichen Neigungen eine Hingebung, welche das, was ſie ſelbſt gibt, vergißt in der Dank⸗ barkeit über das, was ſie empfängt, welche, wenn ſogar dieſe armſelige Erwiederung ihr entzogen wird, ſich in das Bewußtſein flüchtet, daß Geben ſeliger iſt denn Nehmen, und für ihre eigenen unbegrenzten Fähigkeiten zu lieben und zu leiden noch immer dankbar iſt. Ed⸗ mund’s Wille war ihr Geſetz; Edmund's Gluͤck war das Ziel ihres Strebens; an ihr eigenes dachte ſie nur ſelten. Aber als ſie in jener Nacht beiſammen ſaßen, da empfand ſie ein Gefühl des Glückes, das ſich über ihr Herz ſtahl, und ihre Lebensgeiſter erhoben ſich, als Edmund ihr ſagte, daß ſeine Liebe zu ihr mit jedem Tage zunehme, daß ſte die Freude ſeiner Seele ſei, der einzige Gegenſtand, für. welchen er lebe, das einzige Weſen auf Eiden, für welches er Leben und Alles hingeben würde, und all' dieſe leidenſchaftlichen Redens⸗ arten und dieſe erhabenen Gemeinplätze, welche von


