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ihres Geliebten und den Frieden ihres Oheims ver⸗ giftet hätte. Sie lächelte Beiden holdſelig zu und ſie betete viel allein in der Capelle; aber als ſie auf dem Punkte ſtand, ſich für immer mit dem Manne zu ver⸗ binden, welchen ſie liebte, und der ſie wieder mit ſo leidenſchaftlicher Hingebung liebte, da hatte ſie keine bezaubernden Träume von künftigem Glück, keine glän⸗ zenden Vorſtellungen von dem Leben, in welches ſie eintrat; Etwas flüſterte ihrem Herzen zu, daß nicht Alles recht ſei, und als ſie ſich dem Altar näherte, da wankte ihr Tritt, und die Hand, die ſie in die ſeinige legte, war kalt wie Eis. Einige wenige Wochen nach ihrer Verbindung wurde dieſe Ahnung noch durch nichts beſtätigt. Leonardo ſchien beim Anblick ihrer Liebe wieder aufzuleben— ſie führte ihn zuruck zu den Tagen, wo Leslie und ſeine Schweſter gleichfalls in demſelben Schatten ſich ergangen und in der kurzen Periode ihres ehelichen Zuſammenlebens ihren Becher der Wonne ausgetrunken hatten. Aber dieſe Friſt war nur die letzte erſtrebende Anſtrengung des hinſinkenden Lebens; ſeine Krankheit nahm mit furchtbarer Ge⸗ ſchwindigkeit zu, und etwa drei Monate nach der Ver⸗ mählung ſtarb er, Ginevra's Hand in der ſeinigen haltend und ſeine Augen auf Edmund Neville geheftet mit einem Ausdruck, worin Vertrauen und Flehen ſich miſchte— einem ſterbenden Anruf, weſcher die Hoff⸗ nungen und die Befürchtungen zu verkörpern ſchien, die in dieſer letzten Stunde ſeinen abſcheidenden Geiſt heimſuchten. Einige Wochen nach ſeinem Tod ging Ginevra mit ihrem Gatten in der Allee neben der
Caſa Maſani ſpazieren, und zum erſten Mal nach
dieſem Ereigniß wich ihr Kummer einem Gefühl der Freude, welches die ruhige Schönheit des Abends und der herrliche Strahl der untergehenden Sonne in ihre Seele ergoß. Am Morgen hatte ſie einer feierlichen M ſſe für die Ruhe dieſes Geiſtes angewohnt, der auf Erden ſo raſtlos, in ſeinen Beſtrebungen ſo eifrig, in


