Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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ihn nie mehr anders als durch das Gitter eines klöſter⸗ lichen Sprechzimmers hindurch ſehen möchteſt. Er nahm mir das Verſprechen ab, niemals zu geſtatten, daß Du, wenn auch nur auf kurze Zeit, in einem Kloſter woh⸗ neſt, damit Du nicht in Verſuchung kommen möchteſt, der Welt zu entſagen.“ 3

„Damit hat es keine Gefahr,“ ſagte ſie und blickte auf einen Brief in ihrer Hand, eine von Neville's feurigen und leidenſchaftlichen Erklärungen ewiger Liebe;„es iſt keine Hoffnung dazu vorhanden,“ fügte ſe hinzu und ihre Thränen fielen ſchnell auf das

apier.

„Ich habe es verſprochen,“ fuhr Leonardo fort, gich habe es verſprochen, und wenn ich jetzt ſterbe, Ginevra, wenn ich Dich allein in der Welt zurückge⸗ laſſen habe— Kind meines Herzens! wohin willſt Du gehen? was kannſt Du thun? Schön wie ein Engel und hülflos wie ein Kind, wer wird ſich Deiner an⸗ nehmen, wer wird über Dich wachen, meine Blume, mein Schatz, meine makelloſe Lilie! Du weißt nicht Alles, was ich weiß. Du kannſt die Gefahren und Schwierigkeiten nicht begreifen, die Dich umringen werden. Hier in Deiner Heimath kannſt Du nicht bleiben, wenn ich dahingegangen bin, und wenn“— ein plötzlicher Gedanke entfärbte ſeine Wangen und ſeine Aufregung wurde ſo groß, daß er beinahe nach Athem haſchen mußte.

„Ich kann nie allein, nie verlaſſen ſein, mein Leonardo,“ flüſterte ſie ſanft und küßte ſeine brennende Stirne. Er war unwohl, ſehr unwohl, und Fieber und Schwäche ſtritten um die Herrſchaft in ſeinem erſchöpften Körper.

„Ich muß eine letzte Anſtrengung machen,“ mur⸗ melte er ſchwach und richtete ſich von ſeinem Lager

auf.„Ginevra, wenn Du Edmund Neville nicht liebteſt,

würde ich Dich nicht bitten, mir meinen Frieden zu

geben auf Koſten des Deinigen— mir meinen brennen⸗