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Punkte unterſtützte ihn Leonardo redlich. Ihm ſtellie er den Widerſtand, den ſeine Familie vorausſichtlich leiſten würde, als viel unbedeutender dar, und ihr ſelbſt ſagte er ganz und gar nichts davon. Er war voll⸗ jährig, er war unabhängig; ſeine Eltern, ſagte er zu ihr, hätten immer gewuünſcht, daß er jung heirathe. Oberſt Leslie ſei ein Schulfreund ſeines Vaters gewe⸗ ſen, und er wuͤrde gewiß die Verbindung ſeiner Tochter mit einem Engländer gutheißen, der ein großes Ver⸗ mögen beſitze und aus alter Familie ſei. Ginevra war unerfahren, ſie wußte ganz und gar nichts von dem Weltleben, aber ihr inſtinktmäßiges Feingefühl und die Zartheit ihres Gewiſſens empörten ſich gegen die Idee, ohne die ausdrückliche Einwilligung ihres eigenen Vaters oder des Vaters Francesco zu heirathen, und ihren Arm um Leonardo'’s Hals geſchlungen, eine tiefe Röthe auf ihren Wangen, flehte ſie ihn an, er möchte ihr wenigſtens noch ein Jahr Zeit laſſen, bevor ſie Neville's Weib würde, und an ihre beiden abweſen⸗ den Vormünder ſchreiben, bevor ſie ihre beſtimmte Einwilligung gebe zu—
„Zu Deinem Glück, Ginevra, zu einer Sache, die meine Seelenruhe ſichern, die mich,“ fuhr er heftig fort,„in den Stand ſetzen wird, zu ſterben ohne die Angſt, daß ich Dich allein zurücklaſſe— zu ſterben ohne die Laſt irdiſcher Sorgen, die meine Seele von der ſich eröffnenden Anſchauung der Ewigkeit zurück⸗ ziehen.“ zieß Ginevra preßte ſeine Hand an ihr Herz und ihre Lippen zitterten.
„Du haſt ganz Unrecht,“ fuhr er mit fieberhaften Eifer fort,„wenn Du meinſt, daß ich nicht das Recht beſttze, Deine Heirath gutzuheißen. Du weißt, wie ungewiß aller Verkehr mit Vater Francesco nothwendig ſein muß, und was Leslie betrifft, ſo hat er nur eine einzige Furcht, die ihn während Deiner ganzen Kind⸗ heit quälte, nämlich daß Du den Schleier nehmen und


