Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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Zauber, der ihn gefeſſelt hatte, ebenſo mächtig als nachhaltig war, und daß Ginevra ſelbſt, im Anfang unbewußt, dann mit unklaren Ahnungen, endlich aber mit all' der Ernſthaftigkeit und Einfachheit ihres Charakters ſeinem Einfluſſe nachgab und ſeine glühende, hingebungsvolle Neigung mit der tiefen, ausdauernden Liebe ihres jungen Herzens vergalt. Er ſah es und freute ſich, denn er zweifelte nicht an der Reinheit von Neville's Abſichten, und er würde ihm Unrecht gethan haben, wenn er daran gezweifelt hätte. Ob eine ſolche Verſuchung jemals in den erſten Tagen ſeines Verkehrs mit Ginevra und bevor er ihre Ver⸗ wandtſchaft mit Oberſt Leslie kannte, ihn angewandelt, vermag Niemand zu ſagen; aber wenn dieß je der Fall geweſen, ſo blieben keine Spuren davon zurück, als er mit ihrem Charakter bekannt wurde und inſtinkt⸗ mäßig fühlte, daß ſie zu denjenigen Weibern gehörte, von denen ſelbſt der Gedanke an Unehre und Schande entfernt bleiben muß. Der einzige Sohn allzu nach⸗ ſichtiger Eltern, deren Vorurtheilen er bis jetzt noch nie entgegengetreten war, von deren unbegrenzter Guͤte gegen ihn er wiederholte Beweiſe beſaß, fern von ſeinem eigenen Lande, von ſeinen alten Verbindungen, verlor er die ungeheuren Schwierigkeiten, welche eine Ehe mit Ginevra darbieten mußten, aus den Augen. Ge⸗ blendet durch Leidenſchaft ſah er zwar voraus, daß ſein Vater ſeine Einwilligung verſagen würde, wenn man ihn darum bitte; aber er zweifelte keinen Augen⸗ blick daran, daß er, wenn ſeine Ehe einmal vollzogen wäre, bald wieder zu Gnaden angenommen würde, denn er wußte, daß ſeine Eltern ſich ſelbſt ſtraften, wenn ſie mit ihrer Verzeihung zurückhielten; die Ver⸗ bindung mit Oberſt Les lie's Familie war ehrenvoll und die Thatſache ſeiner zweiten Ehe war ſchon längſt von ſeinen Verwandten anerkannt worden. Sein einziger Wunſch war daher Ginevra's Einwilligung zu einer unmittelbaren Verbindung zu erlangen, und in dieſem 15*