Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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an derſelben Stelle, wo er einige Jahre zuvor ihre erſte Beichte entgegengenommen hatte; jetzt aber hatte ſeine Stimme ein wenig gezittert, als er den heiligen Brauch beendete und die Worte der Entlaſſung ſprach: „Geh hin in Frieden und laß uns für einander beten.“ Sie waren die letzten geweſen, die ſie von ſeinen Lippen gehört hatte; dieß war ihr Wunſch und der ſeinige geweſen; lang müſſen dieſe Worte in ihrem Herzen verwahrt bleiben, lang müſſen ihre Kämpfe und grauſam ihre Trübſale ſein, bevor dieſelbe Stimme wieder ſprechen wird— wenn je auf Erden, wird ſte wieder von Frieden ſprechen in ihre Ohren.

Allein mit Leonardo Ferrari, übte ſie einige Mo⸗ nate lang ein Prieſteramt des Troſtes, eine Miſſion der Zärtlichkeit, die all' ihre Intelligenz und Herzens⸗ güte in Anſpruch nahm. Sein Geiſt war zu ſcharf, ſein Gefühl zu feurig, die Gebilde fünftigen Ruhmes zu trügeriſch und die jammervollen Wirklichkeiten des Lebens zu überwältigend geweſen, um nicht ſeine geiſtige oder körperliche Geſundheit zu zerſtören. Bald war es

eine verzagende Mattigkeit, bald eine fieberiſche Ruhe⸗

loſigkeit, was ſeine Lebensgeiſter niederdrückte oder ſeine Nerven abhetzte. Mit mehr Talent als Geſchick⸗ lichkeit, mit mehr Genie als Darſtellungsgabe quälte er ſich Tag und Nacht, erwarb ſich Lob für Erzeugniſſe, denen er ſelbſt mit Widerwillen den Rücken kehrte; aber dabei ließ ſeine Kraft allmählig nach, ſein Leben

ſchwand langſam dahin. Wie ein Engel des Friedens ſtand Ginevra ihm zur Seite, und zuweilen konnten

ihre Worte oder Liebkoſungen ſeine Aufregung beſchwich⸗ tigen und ſeinem ſorgenmüden Geiſt ein Lächeln abge⸗ winnen. Er warf dann ſeine Pinſel zur Seite, wandte ſich ab von ſeiner Staffelei und erlaubte ihr, ihn hinaus in die balſamiſche Atmoſphäre eines italieniſchen Früh⸗ lings, in die ſchönen Gärten des Palaſtes Giuſti oder in die pittoresken Straßen von Verona zu führen. In

demſelben Grade, als ſeine Kraft abnahm, ſchien er

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