drücken. Auf ihres Vaters ausdrücklichen Wunſch war
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ſchienen eine ſtille Huldigung der Heiligkeit des Ortes darzubringen, wo Tag und Nacht eine Lampe vor dem Altare brannte und ein geheimnißvolles Licht über die ausgeſchnittenen Bilder und die ſculpirten Wände die⸗ ſes abgeſchloſſenen Heiligthumes ausgoß. Auf der ent⸗ gegengeſetzten Seite des Gebäudes brannte eine andere Lampe oft die langen Stunden der Nacht hindurch und ſchimmerte noch immer matt, wenn der Glanz der auf⸗ ſteigenden Sonne ihre ſchwachen Strahlen überwältigte. Dieß war im Atelier des Leonardo Ferrari, des Künſt⸗ lers, der etwa zwanzig Jahre vorher der Freund und Gefährte von Ginevra's Vater geweſen war. Seiner Kunſt hingegeben, gänzlich erfüllt von dieſer vorherr⸗ ſchenden Leidenſchaft, arbeitete er Tag und Nacht mit einer unermüdlichen Thätigkeit, welche ihm keine Zeit zur Ruhe, keine Rückſichtsnahme auf die äußere Welt geſtattete. Der einzige Gegenſtand, der dem feurigen Maler ein Lächeln abgewann, oder ſeinen, die Geſund⸗ heit untergrabenden, Arbeiten ein Stündchen abzuſtehlen vermochte, war ſeiner Schweſter Kind, die kleine Gi⸗ nevra, deren Stimme und deren Augen die Muſik und der Sonnenſchein ſeines einſamen Daſeins waren. In dieſem eigenthümlichen Hauſe verbrachte ſie, wie eine Blume, die ungeſehen auf den Mauern eines zerfallenen Kloſters blüht, ihre Kindheit und reifte zum Weibe eran.
h Zwiſchen dem betagten Prieſter, deſſen Schatz im Himmel war und deſſen Geiſt nur ihr zu Liebe noch auf der Erde zu verweilen ſchien, und dem leiden⸗ ſchaftlichen, oft unmuthigen Künſtler, der in ihrer Ge⸗ genwart und ihrer jugendlichen Begeiſterung eine Zuflucht vor den ſieberiſchen Träumen fand, die ihn verfolgten,
nahm ihr junges Leben ſeinen Lauf, und erhielt ihr junger Geiſt ſeine Richtung. Auch andere Umſtände
trugen dazu bei, ihren Charakter und ihren Geiſt zu formen und ihm das Gepräge der Originalität aufzu⸗
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