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die Einbildungskraft an wie der Name Italien, er er⸗ greift das Herz wie die Stätten, wo wir unſere Ju⸗ gend verbracht haben. Natur, Architectur, die Erinne⸗ rungen der Geſchichte, die Spuren des Mittelalters und der alten Herrlichkeit der Lombardei ſchmücken ihn auf der einen Seite, und auf der andern hat der Genius ihn zu unſerm Eigenthum gemacht und einen Zauber darauf geworfen, der nie gebrochen werden kann, ſo lange Engländer ihren Shakeſpeare leſen und ſich rüh⸗ men, daß ſeine Sprache ihre Mutterſprache iſt, und ſein großer Name demſelben Lande angehört, wie der ihrige. Leslie war 23 Jahre alt. Er hatte eine Periode des Glücks und eine Periode des Kummers durchge⸗ macht und dabei gelernt, was beide waren, ohne daß das eine oder andere dieſer Gefühle die höchſte Stärke erreicht hatte, deren ſie fähig waren. Er hatte ſich abgehärmt, und ſein Herz war weich geworden; ſein Kummer war verſchwunden und ſeine Einbildungskraft
war aufgeregt worden. Er hatte Seenen geſehen, er
hatte eine Sprache ſtudirt, welche die ganze ſchlum⸗ mernde Romantik ſeiner Natur aufgeweckt hatte, und er hatte die Gewohnheit nicht abgelegt, welche die Eng⸗ länder ihr ganzes Leben hindurch charakteriſirt, zumal wenn ſie einzige Söhne und Erben eines großen Vermö⸗ gens ſind, nämlich zu thun, was ihnen gefällt, wie es ihnen gefällt und wann es ihnen gefällt. Wenn man nun alle dieſe Umſtände in Betracht zieht, ſo wird es viel⸗ leicht nicht ſehr überraſchend erſcheinen, daß einen Tag nach dem oben mitgetheilten Geſpräch im Atelier Leslie und Leonardo in einer kleinen offenen Britſchke über die Campagna hinweg gegen Bologna zu flogen, mit der endlichen Abſicht, Verona zu beſuchen. Leslie hatte einen plötzlichen Wunſch geäußert, Juliens Grab und Capulet's Haus zu ſehen; noch mehr drängte es ihn vielleicht, mit dem Original des Gemäldes bekannt zu werden, das er ſo lange beobachtet und bewundert hatte. Und als er nun Leonardo den Vorſchlag machte, ihn


