zu begleiten und dieſe Gelegenheit zu ergreifen, um ſeine Familie zu beſuchen, da wurde er in ſeinem Vor⸗ haben beſtärkt durch jenes unbeſchreibliche italieniſche Lächeln, das Allem unähnlich iſt, was je über ein nor⸗ diſches Geſicht blitzt(von unſerm Lächeln ſo verſchie⸗ den, wie ihre Sonne von unſerer Sonne), das aber jeder ſehen kann, welcher dem erſten kleinen Italiener, den er auf der Straße trifft, einen Pfennig ſchenkt: es glänzt dann auf ſeinem armen Geſichte, trotz allem Schmutze und der Niedergedrücktheit der Noth hindurch, wie die glorreiche Sonne durch den Rauch und Nebel einer Londoner Atmoſphäre. Dem ſei indeß, wie ihm wolle, ſoviel iſt gewiß, daß Leonardo lächelte, daß Leslie hocherfreut war, und daß ſie nach mehrtägigem Aufent⸗ halt in Bologna Nachts über die lombardiſche Ebene hinfuhren und frühe am Morgen in Verona anlang⸗ ten. Die Piazza delle Erbe in Verona iſt gewiß einer der zauberiſchſten Plätze von der Welt, zumal Morgens 8 Uhr an einem ſonnigen Maitag. Sie vereinigt Alles, was die Einbildungskraft nur erſinnen kann, um einen Marktplatz ſchön zu machen. Denkt Euch, was Euch nur je am meiſten entzückt hat an der zierlichen, wink⸗ ligen, reichgeſchmückten Architectur des Mittelalters — denkt an Formen und Entwürfe, an Contraſte in
Farben, welche zu gleicher Zeit verwunderlich und har⸗
moniſch ſind; denkt an Brunnen, die aus ihren marmor⸗ nen Mündungen Ströme funkelnden Waſſers auswerfen; denkt an Maſſen rieſiger Nelken und prachtvoller Hya⸗ zinthen, ſo wie Ihr ſie ſelten ſehet, außer auf hollän⸗ diſchen Gemälden, Blumen, die in üppiger Verſchwen⸗ dung umherliegen und Düfte aushauchen, welche in der
That die leichten Schwingen Zephyr's mit Wohlgeruch
erfüllen; denkt an die maleriſchen Gruppen ſchwarz⸗
äugiger Frauen mit ihren weißen Mezzaros und ihren
korallenen Halsbändern, welche Euch Sträuße von die⸗
ſen Blumen entgegen halten. Wendet Euch von ihnen
ab und ſchauet die Straße hinab, die ſich auf dem Schloß Grantley. l. 3


