Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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druck dieſer großen Augen, welche einige Minuten zu⸗ vor ſich im Tode geſchloſſen hatten; ein unbeſtimmter Kummer um die Viſion, die entflohen war, eine däm⸗ mernde Freude über das Leben, das wieder gewonnen worden: auf ihrer Stirne das Gepräge einer andern Welt, deren Schwelle ſte überſchritten hatte; auf ihren halbgeöffneten Lippen ein Willkommen für dieſe, wel⸗ cher ſie zurückgegeben worden war; daß, da Leslie dieſes Gemälde Tag für Taq betrachtete, ſeine Einbil⸗ dungskraft immer mehr gefeſſelt wurde von ſeiner gött⸗ lichen und irdiſchen Schoͤnheit. Ihm war, als habe er nie etwas von Form ſo Schönes oder im Ausdruck ſo Himmliſches geſehen, als das Mädchen auf Leonardo's ild.

Eines Tags, als er auf ſeinem Lieblingsplätzchen ſaß und im befreiten Jeruſalem las, hatte er juſt auf⸗ gehört nach der Zeile, welche den rührenden Schluß von Clorinda's Geſchichte bildet:Die ſchöne Dame gehe hin und ſchlafe. Er heftete ſeine Augen auf den Streif tiefblauen Himmels, der ſich über den ſchmalen

Hof hindehnte, und ſann ſchweigſam nach über die

unvergleichliche Schönheit dieſer Stelle. Aus dieſer Träumerei wurde er aufgeſchreckt durch einen Ausruf Leonardo's, der mit gekreuzten Armen ſeine Leinwand betrachtete und rief:Nicht halb ſo heilig, nicht halb ſo ſchön wie ihr Geſicht! Dabei zerbrach er ſeinen Pinſel und warf die Bruchſtücke in den Hof, wo ſie zu den Fäßen Leslie's fielen, der ſie, mit einem Lächeln über dieſe leidenſchaftliche Art einer augenblicklichen Muthloſigkeit Luft zu machen, auflas und fragte: wer das Ideal ſein möge, welches die Schöpfung vor ihren Augen dermaßen in den Schatten drängen könne? Wiſſen Sie es nicht? ſagte Leonardo;meine Schweſter Ginevra, wer denn ſonſt? das hier iſt ihr Portrait, aber es gleicht ihr nicht in der Wirklichkeit. In einem einzigen Blick ihrer Augen iſt mehr Seele, in ihrer ſinnigen Stirne mehr Gedanke, im Ausdruck

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