vor ihm entrollten, welche denjenigen, deren Seelen ſie ergreifen, nicht als neue Dinge, ſondern als die Ver⸗ wirklichung einer Ahnung oder eines Traumes erſchei⸗ nen. Haben nicht wir, Einige von uns, in unſern Stunden des Schlafes ein Land, ein Plätzchen, ein Haus gekannt, das wir in unſeren Träumen wieder⸗ erkennen, das wir in unſern wachenden Stunden wieder zu beſuchen zuweilen uns ſehnen? Haben wir nicht zu Zeiten, wenn wir die gewöhnlichſten Handlungen des Lebens verrichteten, wenn wir ein Buch öffneten, ein Fenſter ſchloſſen, eine Perſon(vielleicht zum hundertſten⸗ male) begegneten, ein plötzliches, wunderliches, unerklär⸗ liches Gefuͤhl gehabt, welches uns auf eine ſcheinbar übernatürliche Weiſe zu verſtehen gibt, daß wir ſchon früher auf dieſelbe Weiſe dieſe Handlung verrichtet, dieſen Gedanken gedacht, dieſe Perſon begegnet haben, und doch iſt der ganze Eindruck unabhängig von dem Gedächtniß und iſt mehr eine Empfindung, als ein Gedanke. Solcher Art war die Wirkung, welche der erſte Anblick der römiſchen Campagna auf Leslie her⸗ vorbrachte; er hatte ſich in Genua und Florenz ver⸗ weilt; er war vollkommen eingeweiht worden in die Ordnung von Ideen und Kunſtgenüſſen, welche in den Menſchen eine Art von neuem Gefühl und neuer Wahr⸗ nehmung hervorruft. Ich verweile lang bei dieſer Ver⸗ änderung in dem ganzen intellectuellen Weſen, wie ſie durch eine Reihenfolge von Eindrücken und Vorſtellun⸗ gen verurſacht wird, die kurze Zeit vorher dem Geiſte, welchen ſie beſuchen, ſo fremd waren wie die Farben dem Blindgebornen; ich verweile, ſage ich, bei dieſer Veränderung, weil ſie theilweiſe die plötzliche Neigung erklärt, welche bald darauf von Leslie's Gefühlen Be⸗ ſitz nahm.. Als er eines Morgens auf der Treppe der Sanct. Laterankirche ſtand und die Ausſicht betrachtete, die ſich ſeinen Blicken darbot, rief er halblaut: Das iſt in Wirklichkeit Rom! ich erkenne es hier.“ 4
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