Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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nicht ſagte, und ich muß auch mit dieſem herausrücken.

Mein Vater bekümmert ſich keinen Pfifferling um mich,

und je bälder ich mich darein finde, um ſo biſſer iſt es.

Ich werde ihm eine gehorſame Tochter ſein, wenigſtens

will ich es verſuchen, ſagte ſte mit dem Refrain eines iriſchen Liedes, das ſie kurz zuvor geſungen hatte, und dabei lächelte ſie, obſchon zwei dicke Thränen über ihre Wangen herabrollten.

Das iſt unvernünftig, liebe Margaret, ſagte Walter.Sie hatten ſich in einen Zuſtand romanti⸗ ſcher Aufregung über die Ankunft Ihres Vaters hin⸗ eingearbeitet und ſich in Ihrer Phantaſie eine Scene ausgemalt, welche nicht wirklich eintrat, und weil nun des armen Leslie Temperament von Natur ruhig iſt...

Iſt etwa das Ihrige ſo gar lebhaft? warf Margaret mit einem etwas frotzigen Ausdruck ein.

Nein. Ich habe das Temperament eines alten Hundes, der es nicht unterlaſſen kann mit dem Schweif zu wedeln, wenn er diejenigen ſieht, die er liebt.

O, Walter! theuerſter, alter Walter! Ich wollte, Sie wären mein Vater.

Ein ſeltſamer Ausdruck ging über Walter's Geſicht, aber er antwortete:

Das kann ich nicht ſagen, denn ich würde dann Leslie eines Schatzes berauben, den er gewiß ſehr theuer hält; und Sie wiſſen nicht, Margaret, wie ſehr ich Ihren Vater liebe.

Doch wohl nicht mehr als mich?

Walter blickte drein, als könnte er nicht wohl irgend etwas mehr lieben, als das reizende kleine Ge⸗ ſchöpf, das vor ihm ſtand; aber er ſchüttelte den Kopf und ſagte: 1

Nun, nun, Margaret, Sie müſſen ſich darein fin⸗ 1 den, Andern zu weichen. Sie ſind zu ſehr uͤberall auf den erſten Platz erpicht.

Mrs. Thornton kam zu ihnen, während Walter ſo ſprach, und ſie ergriff ſogleich Marnateso, Partei.

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