Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8. 16

größern, mit welchen nach der Behauptung des Sankt Bernhard der Weg zur Hölle gepflaſtert iſt. Die That⸗ ſache muß eingeſtanden werden, Margaret war ein ver⸗ wöhntes Kind.

Mr. und Mrs. Thornton, welche ſich in jeder

andern Beziehung vollkommen ungleich waren, kamen in einem Theile ihres Benehmens mit einander überein, nämlich darin, daß ſie ihr im höchſten Grad durch die Finger ſahen und ſchmeichelten. Er war einer jener ſanften, gutherzigen Menſchen, welche bei Denjenigen, die ſie lieben, keine Unvollkommenheiten ſehen können, und obſchon es ihm ſelbſt nicht an Verſtand gebrach, ſo pflegte er doch die merkwürdige Einſicht ſeiner Frau, ſowie Margaret's außerordentliche Gelehrigkeit auf eine Art zu preiſen, welche die Geduld ſeines alten Freundes Mr. Sydney, des Vaters von Walter, auf harte Proben ſtellte..

Mrs. Thornton war eine gute Frau, das konnte Niemand leugnen, aber mit ihrer Gutmüthigkeit ver⸗ band ſie eine tiefe Ueberzeugung von ihrer eigenen Weisheit, eine unumſtößliche Einbildung, welche ſie durch alle Umſtände des Lebens mit einem Grad von Selbſtzufriedenheit und durch jede Unterhaltung mit einer Doſis von anmaßlicher Narrheit führte, die un⸗ ausſprechlich ergötzlich war. Sie war grenzenlos leicht⸗ gläubig und hatte die Gewohnheit, Anſichten, welche Andere aufgeſtellt, als ihre eigenen geltend zu machen, und lehrmeiſterlich zu verfechten, in gluͤcklicher Unbe⸗ wußtheit, wie unverträglich dieſelben mit denjenigen waren, welche ſie ſelbſt eine Viertelſtunde zuvor aufs Tapet gebracht hatte. Sie erſchrack nie über etwas, ſte ließ ſich niemals durch die plumpſten Widerſprüche überraſchen und verblüffen, und ebenſowenig durch die handgreiflichſten Beweiſe in Verlegenheit ſetzen. Zwi⸗ ſchen ihr und Mr. Sydney beſtand eine enge Allianz, verbunden mit einer kleinen ſtillen Feindſchaft. Sie erhielt ihn in einem Zuſtand gemiſchter Erbitterung