Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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und Guten einflößen, aber nur durch fortgeſetzte aus⸗ dauernde und aufmerkſame Ueberwachung, die wir einem Kind angedeihen laſſen oder entſchloſſen an uns ſelbſt üben, lehren wir es nicht bloß zu fühlen, ſondern auch zu thun, nicht bloß zu bewundern, ſondern auch nachzuahmen.

Man darf ſich nicht einbilden, daß Margaret, weil ſie von Natur geneigt war, alles Heroiſche zu bewun⸗ dern, und weil ſie von Walter angeleitet wurde, den wahren Heroismus der Geduld und Selbſtverläͤugnung zu ſchätzen, ſchon in der gegenwärtigen Zeit ihres Le⸗ bens eine Heldin oder ein Muſter von Selbſtüberwin⸗ dung geweſen ſei. Seine Lehren und ſein Beiſpiel waren ihr inſofern nutzlich, als ſie ihr ein Ideal vor Augen führten, welches ſie verhinderte, ihren eigenen Charakter und ihre Gewohnheiten mit der Selbſtgefäl⸗ ligkeit zu betrachten, der ſte ſich ſonſt hingegeben haben würde, denn man muß geſtehen, daß, wenn auch zu Zeiten ihr Herz hoch ſchlug bei den idealen Großthaten einer Jungfrau von Orleans oder des Mädchens von Sarragoſſa, in andern Augenblicken ihre Pulſe ſehr haſtig klopften bei der geringſten Erſcheinung einer Gefahr, welche die hübſche Herrin von Grantley be⸗ drohte. Man muß geſtehen, daß ſie, obſchon ihre Au⸗ gen ſich mit Thränen füllten bei der Erzählung von zwei barmherzigen Schweſtern, welche in einem der kälteſten Winter dieſes Jahrhunderts zu Fuß von Paris abreisten, um in Barcelona die Kranken zu verpflegen, und dieſe ſchwer heimgeſuchte Stadt nicht eher verlie⸗ ßen, als bis die Peſt wieder aufgehört hatte, daß ſie im Stande war, ſich Tage lang in ihr komfortables Boudoir einzuſchließen, ihre zierlichen Füßchen auf dem Kamingitter ruhend und ihre graziöſe Figur im weich⸗

ſten und luxuriöſeſten Armſeſſel zurückgelehnt, weil es

zu kalt oder auch zu naß war, um ſich in die Hütten oder in die Schule zu wagen, und weil es eben ſo gut

war, wenn Mrs. Dalton allein ging, zumal da ihre

Großmama ſo bange war, ſie moͤchte ſich erkälten. Ich