ſich am Begraͤbnißtage in tödtlichem Kummer zur Erde geworfen, und als Walter Sydney Worte des Troſtes zu ihm ſprach, ſchüttelte er verzweiflungsvoll den Kopf und bat ihn ſtill zu ſein, denn das Leben hatte für ihn all die glänzenden Farben verloren, mit denen Jugend und Hoffnung es vergoldet hatten. Wahr hatte er ſeine Frau geliebt und wahr hatte er um ſie getrauert; aber was wahr iſt, iſt nicht immer tief, und was heftig iſt, iſt nicht immer dauernd. Nachdem viele Tage gekom⸗ men und gegangen waren, wurde ſein Kummer ruhig, und dann erhoben ſich neue Hoffnungen und Intereſſen, und andere Freuden und andere Mühen, und mancher⸗ lei Abwechslung von Elend und Wonne kam über ihn im Laufe von 15 Jahren, welche er theils in Italien, theils in Spanien, wo er als Freiwilliger diente, und ſpäter auf langen Reiſen zu Waſſer und zu Land hin⸗ brachte. Mittlerweile war zu Hauſe ein Menſch, wel⸗ cher Tag um Tag das Grab beſuchte, wo die Freundin ſeiner Kindheit und ſeiner Jugend ruhte, ein Menſch, der insgeheim die Frühlingsblumen ſammelte und auf⸗ bewahrte, die auf demſelben wuchſen; und es war da eine blüͤhende Blume, die er mit raſtloſer Liebe und Sorgfalt pflegte. Walter Sydney's Neigungen waren wenig an Zahl, aber tief; für das Kind von Henry und Mary Leslie würde er bereitwillig ſein Leben hingegeben haben. So ſehr ihn ſeine Bücher und Schriften gewöhnlich in Anſpruch nahmen, ſo gab es doch keinen Tag und keine Stunde, wo er ſie nicht laͤchelnd bei Seite legte, wenn ein fröhlich ſchallendes Gelächter ihn an's Fenſter rief, um eine kleine Reiterin zu bewillkommnen, die ſtolz auf ihrem Shetländer Pony einherkam.
Hernry Leslie hatte ſein Kind unter der Obhut ſeiner Eltern auf Grantley gelaſſen; beide waren wäh⸗ rend ſeiner Abweſenheit geſtorben und Margaret war Mrs. Dalion anvertraut worden, einer Gouvernante
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von altem Schlag, deren Erziehungspläne von Mrs.


