Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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chen günſtige Umſtände für ſie gegraben hatten. Wahres Glück war es, als an einem lieblichen Sommertag Henry Leslie und ſeine Braut nach der Dorfkirche gingen und vor den Augen ihrer entzückten Familien, ſowie ihrer hocherfreuten Pächterſchaft einander ewige Treue gelob⸗ ten; als die Glocken ihren lauteſten Freudenſchall von ſich gaben und herzliche Zurufe die Lüfte zerriſſen, wäh⸗ rend das Paar den ſchmalen Fußpfad nach ſeiner Woh⸗ nung hinwandelte.

Und es war Glück in dieſem Hauſe, denn ſie ge⸗ noſſen die Paradieſeswonne, welche, ſagt Coxer, allein den Fall überlebt hat. Weder Laune noch Vernach⸗ läſſigung goß einen bittern Tropfen in ihre kryſtallene Schale: ſo lange ſie vorhanden war, war ſie mafellos und rein. Ein Kind wurde ihnen geboren, die Mar⸗ garet unſerer Geſchichte, und als ſie nach der Dorfkirche getragen und das heilige Waſſer der Taufe über das Haupt der Kleinen gegoſſen wurde, da blickte Mary ihren Gatten an, und in dieſem Blick lag vielleicht zu viel Glück für dieſe unſere Welt. Zwei Jahre ſpäter wurde ein Grab gegraben unter dem Eibenbaum auf

dem Kirchhof, und dahin wurde alles gebracht, was auf Erden zurückgeblieben war von der blühenden Braut, von der liebenden Mutter, von der Mary, die ſo oft auf dieſem Platze geſpielt und ihn ſelbſt zu ihrem Grabe auserſehen hatte, als ſie wenige Tage vor ihrem Tod, aufrecht erhalten von ihrem Gatten, den Ort errdichte, wo beide ihre erſten Worte der Liebe geſprochen hatten, und wo ſie jetzt beerdigt zu werden wünſchte, damit er niemals dieſe Ausſicht betrachten oder unter dieſem Baume ſitzen ſollte, ohne an ſie zu denken, die im Früh⸗ ling ihres Lebens dahingegangen. 1

Ihrem Wunſche gemäß wurde keine prahlende In⸗ ſchrift, kein pomphaftes Denkmal auf ihr Grab geſetzt; ein einfaches ſteinernes Kreuz mit dem Datum ibrer Geburt, ihrer Hochzeit und ihres Todes war das Ein⸗ zige, was dieſen Platz bezeichnete. Henry Leslie hatte