Teil eines Werkes 
1.-4. Bändchen (1851)
Entstehung
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verehrte Walter Sydney, ja man halte ſie oft er⸗ klären hören, er ſei unter allen ihren Bekannten der einzige Menſch, welcher die Wahrheit angenehm mache; im vorliegenden Falle war ſie überdieß ſo erfreut, ihn zu ſehen, daß ſie, ſelbſt wenn die Bemerkung ihr mißfallen hätte, dennoch ihm ihre Hand geboten haben wuͤrde, als ſie durch das Zimmer ging. Nachdem ſie die Thüre geſchloſſen, offnete ſie ſie wieder und ſagte lächelnd zu ihm:

Wenn Sie die Veranlaſſung unſeres Streites wüßten, ſo wurden Sie vielleicht nicht Mrs. Dalton's Partei ergriffen haben; aber Sie glauben immer im Voraus annehmen zu müſſen, daß ich Unrecht habe.

Er ſchüttelte den Kopf, aber ſie war gegangen, und er hörite ſie auf den Treppen und in den Gängen jubeln, wie eine Lerche, wenn ſie ſich in die Höhe ſchwingt.

Dieſer Walter Sydney war lein Mann von fünf⸗ unddreißig bis ſechsunddreißig Jahren. Er war ſchlank und hager, von Geſichtsfarbe bleich; man hätte in ſeiner blaſſen hohen Stirne, in den Linien ſeines Geſichts und im Ausdruck ſeiner Augen vielleicht etwas Schönes finden können, aber ſeine linkiſche Figur und ſeine unbehaglichen Manieren zerſtörten in den meiſten Fällen dieſen Eindruck, und die gewöhnliche Bemerkung

der Leute, die ihn zum erſten Mal ſahen, war:Was

für ein ſonderbarer Mann doch dieſer Walter Sydney iſt! Margaret Leslie dagegen hatte in ihm immer die perſonificirte Güte und Weisheit geſehen, und ſie blickte mit der innigſten Zuneigung zu ihm auf. Er war von früher Jugend auf mit ihrem Vater ſehr vertraut ge⸗ weſen. Heron Caſtle, das graue bethürmte Haus, wel⸗ ches mitten in den ſogenannten Abbey Woods auf dem entgegengeſetzten Hügel von Grantley ſtand, war ſeines Vaters Wohnſitz, und er und Hanry Leslie waren von den Tagen ihrer Kindheit an Freunde und Spielge⸗

noſſen geweſen. Leslie war der ältere von beiden, und als Walter, ein blöder linkiſcher Junge, der gänzlich