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zu Hauſe erzogen worden war und mit einer leiden⸗ ſchaftlichen Liebe zum Studium eine unüberwindliche Abneigung gegen neue Scenen und neue Bekanntſchaf⸗ ten verband, in Orford zu ihm kam, da bewillkommte er ihn mit einer Wärme und Freude, welche ſeine eigenen fröhlichen und ausgelaſſenen Freunde über⸗ raſchte.
Vor ſeiner erſten Abreiſe nach Orford hatte Henry Leslie bei ſich beſchloſſen, ſeine Coufine Mary Thornton zu heirathen, ein hübſches ſanftes Mädchen, die Tochter des Dorfpfarrers, die ſeit ihrem Gedenken ſeine und Walter Sydney's beſtändige Geſpielin geweſen war. Er hatte ſie im Spiel ſein Weibchen genannt, und ſie hatte es als etwas ſo Ausgemachtes angenommen, daß ſie ſich heirathen würden, ſobald ſie alt genug wären (denn er hatte es ihr jedesmal geſagt, ſo oft ſte Sonn⸗ tags mit friſchen Thränen ſchieden oder am folgenden Sonntag mit friſcher Freude wieder zuſammen kamen), daß ſte, als er ſie eines Tags ernſtlich fragte, ob ſie wirklich ſeine Frau werden wolle, mit ungekünſtelter Ueberraſchung zu ihm aufblickte. Ihre Verheirathung ſchien ihr bloß eine Fortſetzung des Standes der Dinge zu ſein, bei welchem ſie niemals an die Möglichkeit einer Unterbrechung gedacht hatte. Ihre Berwandten willigten ein, ihre Freunde wünſchten Glück; ſie cor⸗ reſpondirten mit einander während der Univerſitätszeit und verbrachten die Ferien zuſammen auf Grantley. Sie ſaßen in den Gärten, ſie ſtreiften in den Wäldern umher. Er lehrte ſie reiten und ſie zeichnete ihm ſeine Lieblingsjagdbunde. Er gab ihr Waltons„Angler“ zu leſen, und während er fiſchte, ſaß ſte geduldig Stunden⸗ lang an ſeiner Seite, ihren Athem an ſich haltend, um die Forelle nicht zurückzuſchrecken! Im Herbſt ging ſie ihm häufig über die Rübenfelder hin entgegen, um zu hören, wie viel Paar Rebhühner er getödtet und wie gut Juno ſich dabei angelaſſen habe; an manchem
nebligen Wintermorgen ritt ſie auf dem weißen Pony,


