2. ſpiel, ſie ärgerte ſich in dieſem Augenblick darüber, daß Mrs. Dalton, ihre Gouvernante, nicht von ſelbſt ein⸗ ſah, daß ſte es mude war, auf den Reiſewagen zu warten, welcher ihren Berechnungen zufolge ihren Vater ſchon vor einer Stunde an die Thore der Ein⸗ gangsallee hätte bringen muſſen, und der ſich immer noch nicht gezeigt hatte.
„Wahrhaftig, liebe Mrs. Dalton,“ ſagte ſie zuletzt,
„ich kann nicht länger hier bleiben. Da mein Vater
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noch nicht gekommen iſt, ſo bin ich überzeugt, daß er nicht vor dem Mittageſſen eintreffen wird.
„Meine liebe Miß, es iſt erſt ſechs Uhr.“
„Wie kurz alſo ſchon die Tage werden! was für ein flammendes Feuer ſie im Saal gemacht haben!“ rief Margaret, indem ſie die Eingangsthüre aufſtieß.
„Iſt Mr. Sydney angekommen?“ faagte ſie, als ſie durch das Billardzimmer ging und die Bälle un⸗ geduldig unter einander warf.
Als dieſe in die Löcher fielen, ſagte ſie halb laut und halb vor ſich hin:.
„Ich werde meinen Vater nie ſo innig lieben, wie Walter Sydney.“
„Ei meine Liebe, das ſollten Sie aber doch,“ be⸗
merkte Mrs. Dalton.
Margaret wandte ſich plötzlich um, und während
ſie die Bänder ihres ſchwarzen Spitzenhäubchens los⸗
machte und von ihren kalten Wangen die Locken zurück⸗ warf, welche ſchwer um ſie hingen, erwiederte ſie:
„Wann werden Sie lernen, liebe Mrs. Dalton, daß Sie ſollten ganz und gar kein Beweis iſt?“
„Wann werden Sie lernen, Margaret, daß Sie ſollten der kräftigſte Beweis von der Welt ſein müßte?“ 4
Mrs. Dalton war es nicht, die dieſe Bemerkung gewagt hatte. Sie wurde von einem Manne gemacht,
weelcher Margaret immer die Wahrheit ſagte und von dem ſie ſie immer gern annahm, denn ſte liebte und 1* 4


