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den chriſtlichen Frauen als Beiſpiel vorangehen und Miſſionaͤrin werden. Die noͤthigen Kennt⸗ niſſe an Sprachen u. ſ. w. wuͤrde der heilige Geiſt ſchon zur rechten Zeit ihr mitzutheilen nicht ermangeln.
Als ſie verſtummte, ſaß die ganze kleine Ge⸗ meinde anfangs wie verdutzt da. Selbſt der Geiſt⸗ liche war etwas beſchaͤmt, weil ihn ein Weib an frommer Zuverſicht ſowohl als an kuͤhnen Gedan⸗ ken uͤbertraf, und er ſtoͤhnte:„Wahrlich! ſolchen Glauben habe ich in Ifrael noch nicht funden!“ Endlich loͤſte ſich ein allgemeines, dumpfes Bei⸗ fallsgemurmel von den Herzen der Glaͤubigen los, und als nach einem nochmaligen Gebete die Ge⸗ meinde aus einander ging, da begleitete ein Theil derſelben Adelen faſt im Triumphe nach Hauſe. Die Gute ahndete wohl nicht, daß ſie der laͤſtigen Aufſicht uͤber ihr Inſtitut ſo bald enthoben und ihren heiligen Beruf ganz hingegeben werden ſollte.
9. 1 Am anderm: Morgen, als die Maͤdchen in den Mathematikſtunde ſchwitzten und ihre Erzieherin eben ein nahrhaftes Fruͤhſtuͤck einzunehmen im Be⸗ griff ſtand, wurde dieſer der Geheimerath Schwabe aus der Reſidenz gemeldet. Der Name war Ade⸗ len fremd, und da ſie keine Ahndung von den Gefahren hatte, die ihre Anſtalt bedrohten, ſo nahm ſie ihn unbefangen, ja ſelbſt mit Freuden auf, denn ſie hoffte, es ſey ein Mann, der ihr


