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Der zerbrochene Postwagen im thüringer Walde : humoristische Erzählungen / von Gustav Friedrichsohn
Entstehung
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ſeine Tochter anvertrauen wolle. Ihre Vermu⸗ thungen wurden beſtaͤrkt, denn der Geheimerath erkundigte ſich genau nach ihrem Inſtitute und

wuͤnſchte ihre Pflegetoͤchter zu ſehen. Dieſe Zumu⸗ thung brachte das Fraͤulein in Verlegenheit.„Ich

„weiß nicht, Herr Geheimerath,“ fing ſie an,

„ob Ihnen die Grundſaͤtze, nach welchen ich er⸗ „ziehe, hinlaͤnglich bekannt ſind?“—„O! ja, „ſo ziemlich,“ antwortete dieſer und machte Miene

aufzuſtehen. Das Fraͤulein hielt ihn feſt.„Herr

„Geheimerath,“ ſprach ſie dringend,„ich weiß

nicht— meine Pflegetoͤchter ſind nicht gewohnt auſſer ihrem Lehrer mit Maͤnnern zuſammen zu kommen und uͤberdieß weiß ich auch nicht, ob ſie ordentlich genug angezogen ſind, um ſich vor

„Ihnen produciren zu koͤnnen.“*—„Ach, Lari⸗ „fari,“ antwortete der Geheimerath, das nehme „ich nicht ſo genau,“ doch erſchrack er in der

That etwas, als er jetzt einen pruͤfenden Blick

auf Adelen warf und ihren unordentlichen Anzug

bemerkte. Das Fraͤulein nahm noch ein Mal das Wort, aber die Apologie ihrer Erziehung wollte ihr nicht uͤber die Zunge, denn der Herr Gehei⸗

merath hatte ſo etwas ſtattliches, daß ſie es fuͤr gut hielt, vorſichtig zu ſeyn, um ſo mehr, da ſie

den Zweck ſeines Beſuchs noch nicht einſah. Sie.

ſagte ihm alſo, daß ſie zur Ertoͤdtung der Eitel⸗ keit, die ihr anvertrauten Fraͤuleins ſich nicht eben

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