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hundert Gulden geſchmolzen, und dieſe mußte er
jetzt nach und nach zuſetzen. Er hoffte zwar ſo gut als Julie, einſt einen wohlhabenden Oheim zu beerben; aber dieſer gab bei Lebzeiten keinen Kreutzer heraus, und hatte ſo wenig Luſt zu ſter⸗ ben als Gieshuͤbel. So waren die Hoffnungen der Verliebten fuͤrs erſte blos auf eine Befoͤrde⸗ rung Werners geſtuͤtzt, die aber in den naͤchſten Jahren auch nicht zu erwarten ſtand.
Julie eilte vom Onkel weg zu der Raͤthin Werner, einer Verwandten des Aſſeſſors, wo ſie gewiß war, ihn um dieſe Zeit taͤglich zu treffen. Hier ſchuͤttete ſie nun ihr bekuͤmmertes Herz aus und erzaͤhlte unter Stroͤmen von Thraͤnen, daß
der Oheim ſie heirathen wolle. Karl, ſo hieß der Geliebte, erſtarrte vor Schrecken, und als er die
Sprache wieder gewann, deklamirte er in voller Wuth ſchoͤne Phraſen gegen den tyranniſchen Oheim.
Er verglich den armen Commerzienrath mit dem Moloch, ſogar mit dem Saturn; wollte ihn bald umbringen/ bald fußfaͤllig um Abaͤnderung ſeines Vorhabens erſuchen, und war unerſchoͤpflich in
verliebten Unſinne. Die Raͤthin Werner hatte
alle Muͤhe, den toben Sturm nur ſo weit zu be⸗
ſchwoͤren, daß ſie zum Worte komſen konnte/ und


